Ja, mach nur einen Plan

Kleine Meisterwerke und was sie versprechen: Die Ankündigungen der neuen Spielzeit

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Bescheidenheit sieht anders aus: Ein brüllend bunter MGM-Löwe auf dem Titel fletscht seine makellosen Eckzähne dem Publikum entgegen. Der Spielzeitprospekt des Zürcher Schauspielhauses ist mit reißerisch noch zurückhaltend beschrieben und legt auch keinen Wert auf lange Haltbarkeit. Papier und Format wie eine Tageszeitung, die Motive im Stil von Bollywood-Plakaten. Dazu für jedes Stück eine kurze Inhaltsangabe und eine Überschrift wie vom «BILD»-Balken.

Auf der mittleren Doppelseite das eindrucksvolle Ensemble im nämlichen Stil porträtiert, unter ihnen ein diabolisch grinsender Michael Maertens mit Piratenbart. Der nicht als Rampenflüchtling bekannte Schauspieler hatte passenderweise unlängst einem «Stern»-Reporter in die Feder diktiert, er sei schließlich nicht Schauspieler geworden, um sich hinter einer Säule zu verstecken. 

Das Allerunbescheidenste am auffälligsten Spielzeitheft der neuen Saison ist aber noch etwas ganz anderes: kein einziger zusammenhängender Gedanke! Nicht mal ein zugewandtes Intendantenvorwort! Jede Produktion steht für sich allein, kein Spielplankonzept wird seine Schwimmflügelchen ausbrei­­ten und sie in schwerer See wenigstens in den Pantheon der ...

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Theater heute Oktober 2008
Rubrik: Saisonauftakt, Seite 4
von Franz Wille

Vergriffen
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