Mit Teppichen über Gräben fliegen
Zwei große öffentlich subventionierte Theater vor Ort sind eine Chance – nicht um sich verbissen Konkurrenz im Ähnlichen zu machen, sondern um in der Stadt größtmögliche Vielfalt an Inhalt, Form und künstlerischer Weltsicht zu präsentieren. Diese sinnvolle, doch längst nicht immer praktizierte Arbeitsteilung klappt nun, trotz einigen Theaterdonners wegen wahlweise feudalen oder neoliberalen Führungsstils der jeweiligen Hausherren, zu Beginn dieser Spielzeit in München ganz gut.
Das Residenztheater unter Martin Kušej stellt sich mit Aplomb und politischem Problembewusstsein der Aufgabe zeitgemäßer Vergegenwärtigung des literarischen Kanons, und an den Kammerspielen kann sich Matthias Lilienthal dazu gratulieren, dass der erste Satz der Saison «Ich kann nicht gut Deutsch», ausgesprochen von der iranischen Schauspielerin Mahin Sadri zu Beginn der Premiere von Kamel Daouds «Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung», keine Proteste, sondern entspannte Aufmerksamkeit provoziert.
Mensch und Maschine
Aus der Traditionsklasse heraus punktete bereits eine Woche vorher Ulrich Rasche mit seinem effektvollen, aber keineswegs plumpen «Räuber»-Aufmarsch am Residenztheater. Für einen Hang zu ...
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Besonders alt wurde die DDR ja – aus guten Gründen – nicht. Und ihre vier Jahrzehnte überbordend spektakulär zu finden, wäre ein ziemlicher Euphemismus. In der Saison 89/90 allerdings – beim Endspiel – hat sich die kleine Diktatur tatsächlich noch mal ordentlich ins Zeug gelegt. Todesmutige Montagsdemonstrationen, der Mauerfall, Helmut Kohls vorweihnachtliche...
Scheinbar hat sich am National Theatre gar nicht so viel getan, seit Rufus Norris letzten Sommer seine allererste Spielzeit vorstellte. Der Mix aus Klassikern und neuen Stücken blieb erstaunlich stabil, wenn man bedenkt, dass Norris seinen Namen mit «New Writing» gemacht hat. Doch auf den zweiten Blick zeigen sich subtile Umgewichtungen. Norris ist – man höre und...
es ist anzunehmen, dass bei der anerkannt großen freiheitsliebe der bevölkerung einerseits
und der erwiesen großen rücksichtslosigkeit
des möglichen gegners andererseits es über kurz oder lang zwangsläufig zu zusammenstößen kommen wird.
hans von dach, der totale widerstand
wir müssen als schweizer armee das undenkbare denken!
christoph brunner, armeesprecher
ich...
