Mit Teppichen über Gräben fliegen
Zwei große öffentlich subventionierte Theater vor Ort sind eine Chance – nicht um sich verbissen Konkurrenz im Ähnlichen zu machen, sondern um in der Stadt größtmögliche Vielfalt an Inhalt, Form und künstlerischer Weltsicht zu präsentieren. Diese sinnvolle, doch längst nicht immer praktizierte Arbeitsteilung klappt nun, trotz einigen Theaterdonners wegen wahlweise feudalen oder neoliberalen Führungsstils der jeweiligen Hausherren, zu Beginn dieser Spielzeit in München ganz gut.
Das Residenztheater unter Martin Kušej stellt sich mit Aplomb und politischem Problembewusstsein der Aufgabe zeitgemäßer Vergegenwärtigung des literarischen Kanons, und an den Kammerspielen kann sich Matthias Lilienthal dazu gratulieren, dass der erste Satz der Saison «Ich kann nicht gut Deutsch», ausgesprochen von der iranischen Schauspielerin Mahin Sadri zu Beginn der Premiere von Kamel Daouds «Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung», keine Proteste, sondern entspannte Aufmerksamkeit provoziert.
Mensch und Maschine
Aus der Traditionsklasse heraus punktete bereits eine Woche vorher Ulrich Rasche mit seinem effektvollen, aber keineswegs plumpen «Räuber»-Aufmarsch am Residenztheater. Für einen Hang zu ...
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Tanz kann bekanntlich Berge versetzen. Zumindest psychische, wie es anno 2007 Royston Maldoom in den pubertierenden Seelen großstädtischer Hauptschüler gelang, indem er sie in der Treptower Arena zum Tanzen von Strawinskys «Sacre du Printemps» brachte. Ein seitdem weithin kopiertes Prinzip. Die potenziell heilende Kraft des Community Dance nutzte aber bereits in...
Im aktuellen Jahrbuch von «Theater heute» äußert sich Prof. Dr. Peter Raue, Seniorpartner der Berliner Anwaltssozietät RAUE LLP, zu zwei Prozessen vor dem Landgericht Berlin, die Beatrix von Storch (AfD) und Hedwig von Beverfoerde (CDU) gegen die Schaubühne angestrengt hatten, um Änderungen in Falk Richters Inszenierung «Fear» durchzusetzen. Beide Damen fühlten...
Woher wissen wir, dass eins plus eins zwei ergibt? Woher wissen wir, dass eins plus eins gleich drei falsch ist? Oder ein Witz? Felix Hasler lächelt sardonisch. «Wie versteht mein Gehirn, dass ein Witz ein Witz ist?»
Ein Witz ist eine narrative Form, das wäre also ein Anknüpfungspunkt fürs Theater angesichts der Tatsache, dass sich Naturwissenschaft oft schwer auf...
