Mit Teppichen über Gräben fliegen

In München eröffnet das Residenztheater mit Sartre im Käfig und Schiller in Schräglage, und die Kammerspiele erweitern ihr Sprachenspektrum mit Amir Reza Koohestanis west-östlicher Weitererzählung von Kamel Daouds «Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung»

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Zwei große öffentlich subventionierte Theater vor Ort sind eine Chance – nicht um sich verbissen Konkurrenz im Ähnlichen zu machen, sondern um in der Stadt größtmögliche Vielfalt an Inhalt, Form und künstlerischer Weltsicht zu präsentieren. Diese sinnvolle, doch längst nicht immer praktizierte Arbeitsteilung klappt nun, trotz einigen Theaterdonners wegen wahlweise feudalen oder neoliberalen Führungsstils der jeweiligen Hausherren, zu Beginn dieser Spielzeit in München ganz gut.

Das Residenztheater unter Martin Kušej stellt sich mit Aplomb und politischem Problembewusstsein der Aufgabe zeitgemäßer Vergegenwärtigung des literarischen Kanons, und an den Kammerspielen kann sich Matthias Lilienthal dazu gratulieren, dass der erste Satz der Saison «Ich kann nicht gut Deutsch», ausgesprochen von der iranischen Schauspielerin Mahin Sadri zu Beginn der Premiere von Kamel Daouds «Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung», keine Proteste, sondern entspannte Aufmerksamkeit provoziert.

Mensch und Maschine

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Theater heute November 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen

Vergriffen
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