Liberales Lebensumfeld

Thomas Ostermeier und Friedrich Barner antworten im Namen der Schaubühne auf Peter Raues Beitrag «Die Grenzen der Gesetze» (Jahrbuch TH 2016)

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Im aktuellen Jahrbuch von «Theater heute» äußert sich Prof. Dr. Peter Raue, Seniorpartner der Berliner Anwaltssozietät RAUE LLP, zu zwei Prozessen vor dem Landgericht Berlin, die Beatrix von Storch (AfD) und Hedwig von Beverfoerde (CDU) gegen die Schaubühne angestrengt hatten, um Änderungen in Falk Richters Inszenierung «Fear» durchzusetzen. Beide Damen fühlten sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, da sie angeblich als Zombies dargestellt wurden, zu deren Tötung aufgerufen worden sei. In dem Rechtstreit ging es mit anderen Worten um die Frage, wie sich die in Art.

5 Grundgesetz garantierte Kunstfreiheit zu den anderen in der deutschen Verfassung verankerten Grundrechten verhält, die insbesondere den Schutz des Einzelnen vor staatlichen oder sonstigen Eingriffen im Auge haben. Konkret: Was darf ein Theaterstück, das sich mit der aktuellen politisch-gesellschaftlichen Situation in Deutschland und den in ihr handelnden Personen beschäftigt? Nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Wahlergebnisse ist dies ein wichtiges Thema, geht es doch um eines der grundlegenden Freiheitsrechte unserer liberalen Demokratie.

Das Landgericht hat die Klagen abgewiesen, Peter Raue zweifelt ...

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Theater heute November 2016
Rubrik: Leser schreiben, Seite 69
von Friedrich Barner, Thomas Ostermeier

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