Mit dem Denken kommt das Fühlen

Birgit Unterweger spielt mit zeitloser Tiefe und körperlichem Großeinsatz – und hat sich noch nicht recht an ihren neuen Einsatzort in Köln bei Kay Voges gewöhnt

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Da steht sie, als Professorengattin Jelena in Itay Tirans Inszenierung von «Onkel Wanja» am Schauspiel Köln. Trägt ein schwarzes Etuikleid, wiegt sich in ihren Pumps, umarmt sich selbst. Doch eine mädchenhafte, jugendliche Schönheit, wie Jelena sonst oft besetzt wird, ist sie nicht. Stattdessen umgibt die Schauspielerin Birgit Unterweger eine Aura von Reife, Eleganz, Sehnsucht, Melancholie. Eine Frau, die sich lieben lässt, ihre Reize ausspielt – und doch fast vergeht vor Langeweile und Überdruss. Etwas Verachtung ist auch dabei. Ein wenig spielen mit den Männern vor Ort.

Den einen küssen, den anderen manipulieren, Reaktionen austesten, es gibt ja sonst nichts zu tun. Und zugleich wissen, wie traurig das ist als einziger Lebensinhalt. Ich habe mich geradezu verliebt in diese komplexe Figur, in ihre vielen Schichten, psychologischen Abgründe und die Art, wie Birgit Unterweger sie mit wenigen Gesten und Blicken verkörpert, in ihrem Spiel das Leben miterzählt einer gestandenen Frau. Die mehr Durchblick hat als die anderen – und genau deshalb traurig ist. Eine Projektionsfläche, die darum weiß.

Und dann fegt sie ein paar Tage später als drogensüchtiger Filmstar Rebecca Latté über die ...

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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Akteure, Seite 50
von Dorothea Marcus

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