Merry crisis
Die Atriden haben Nerven. «Dem Volke» haben sie auf ihren Palast der Republik gepinselt und die Front totalverglast. Das soll bürgernah wirken, transparent, offen für alle. Irgendwann muss den Atriden die ewige Bürgernähe aber auf den Geist gegangen sein, sie verrammelten die Türen, zogen die Vorhänge zu, segelten nach Troja und sind seither nicht mehr zu erreichen.
Dem Volke überlassen sie den Vorplatz. Da müsste ohnehin mal aufgeräumt werden. Liegt ja allerhand asbestverdächtiger Bauschutt rum.
Doch wie das so läuft: Kaum ist der König außer Haus, erschlafft der Untertaneneifer, sich fürs Gemeinwohl einzusetzen. Übrig bleibt das Gemeine.
Im Freiburger Kleinen Haus lässt sich der Chor der Bürger in Unterhemden hängen. Was es gegen Agamemnons überfällige Siegesmeldung vom Trojanerkrieg im Speziellen und gegen die Dynastie im Allgemeinen zu jammern gibt, erledigt der Chor zwischen müden Steinwürfen gegen die Scheiben.
Auch Agamemnon leidet bei Martin Butzke unter Antriebslosigkeit. Immerhin hat er einen Grund: Man opfert nicht alle Tage seine Tochter, nur weil ein Seher sein Sturmopfer braucht.
Lucia Schreiber, die in Felicitas Bruckers Aischylos-Adaption als «Iphigenies ...
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