Mehr Respekt und Würdigung

Theater heute - Logo

Die Pandemie und der Lockdown mit dem vielfachen Streamen von abgefilmtem Theater haben der Weiterentwicklung des «Digitalen» an der Bühne möglicherweise einen Bärendienst erwiesen. Seit Jahrzehnten arbeiten wir Videokünstler und Videokünstlerinnen mithilfe des Einsatzes innovativer digitaler Technologie mit Hingabe, großer Sorgfalt und Präzision an der Akzeptanz neuer Bildsprachen beim Theaterpublikum. Das inflationäre Streamen war dabei mitunter Futter für die Dauernörgler. Und das zum Teil durchaus berechtigt.

Dabei ist das Digitale im Theater nicht gleichzusetzen mit dem Streamen. Das Digitale ist bereits längst im Theater in allen Bereichen der Bühnen-, Licht- und Tontechnik integrierter Bestandteil geworden und bestimmt dort unser Schaffen. Und was gerade meinen Bereich des digitalen Films betrifft, so gibt es hierbei über die vergangenen dreißig Jahre noch eine ganz andere und gesonderte Entwicklung. Diese hat uns eine große Demokratisierung beschert. Wir als Filmschaffende sind nicht mehr ausschließlich von den Studios und den «Majors» abhängig. Mittlerweile haben wir mit bescheidenen Budgets zahlreiche großartige Software auf dem eigenem Laptop, um damit spektakuläre ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Streaming, Seite 98
von Voxi Bärenklau

Weitere Beiträge
Keine Störfeuer

Das absolute Fundament von Theater und auch der große Unterschied zum Kino, Fernsehen, Streaming ist die mehrdimensionale Rezeption dessen, was sich auf der Bühne abspielt. Die momentanen Sinneswahrnehmungen von Spieler:innen und Publikum treffen simultan aufeinander und sorgen für ein exklusives Erlebnis. Niemand vor und nach genau dieser einen Vorstellung wird...

7 Dinge, die die Dramatik und Dramatiker:innen in der Pandemie brauchen

Es gibt gute Gründe, gerade jetzt intensiv mit Theaterautor:innen zusammenzuarbeiten. Viele von uns Autor:innen haben die Krise sehr intensiv erlebt. Damit meine ich nicht nur das Wegbrechen von Einnahmen oder den Verweis mancher Politiker, als Soloselbständige gegebenenfalls «auf die Grundsicherung» – Klartext: auf Hartz IV – zurückzugreifen. Wie man oder frau...

Im Globalen Globe

Neulich lag ich im Bett mit zwei Chilenen, einer Brasilianerin, einer älteren Indonesierin, einem Pärchen aus Los Angeles und ein paar Russen. Wir hörten Madhusree zu, wie sie ein altes bengalisches Lied sang. Bei ihr in Kalkutta war es spät in der Nacht, und selbst bei Sunny, die mittlerweile in Talinn lebt, war durch das Fenster draußen schon die esthnische...