7 Dinge, die die Dramatik und Dramatiker:innen in der Pandemie brauchen
Es gibt gute Gründe, gerade jetzt intensiv mit Theaterautor:innen zusammenzuarbeiten. Viele von uns Autor:innen haben die Krise sehr intensiv erlebt. Damit meine ich nicht nur das Wegbrechen von Einnahmen oder den Verweis mancher Politiker, als Soloselbständige gegebenenfalls «auf die Grundsicherung» – Klartext: auf Hartz IV – zurückzugreifen. Wie man oder frau neben der Beschulung von einem bis drei Kindern schöner scheitern kann, zum Beispiel daran scheitern, sowas wie einen ohne -hin stets flüchtigen Schreibflow wachzuhalten.
Auch davon können wir jederzeit – gerne zur Sicherheit auch via Zoom – ein Lied singen. Write what you know. Ja, wir Autor:innen sind Gegenwartsspezialist:innen; im Lockdown ganz besonders.
Irony off: Die Ausnahmesituation «Pandemie» – unser aller Überlebenszeit – sollte vielstimmig reflektiert werden. Und zwar von heute aus, also aus dem Hier und Jetzt (und eben nicht, indem man Camus oder Boccaccio aus dem Regal zieht). Es spricht vieles dafür, dass die gegenwärtige Situation künftige Krisen vorzeichnet – wenn man an das weitere Aufklaffen der Schere zwischen Arm und Reich denkt, an immer heftiger polarisierte Gesellschaften und die damit einhergehende ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 140
von Paul Brodowsky
nature is not natural – and it can never be naturalized
timothy morton
Was wollen wir denn eigentlich von der Natur, die sich gerade wieder aufs Allerdeutlichste durch den Klimawandel zurückmeldet, ohne dass wir eigentlich irgendeine Idee davon haben, was diese Natur denn tatsächlich sein könnte? Also, wir haben natürlich viele Ideen von der Natur, spätestens seit...
Ist die Zeit gerast oder stand sie still? Wann ist Zeit zu Halbwertzeit geworden, die (nicht nur nuklearen) Verfall markiert? War vor dem Anfang schon das Ende da? Diese Fragen stellt sich die göttliche Dreifaltigkeit in Miroslava Svolikovas Stück, in dem, titelgebend, Gott drei Frauen ist. Sie schauen auf die Erde, die ökologisch und mental am Ende zu sein...
Das absolute Fundament von Theater und auch der große Unterschied zum Kino, Fernsehen, Streaming ist die mehrdimensionale Rezeption dessen, was sich auf der Bühne abspielt. Die momentanen Sinneswahrnehmungen von Spieler:innen und Publikum treffen simultan aufeinander und sorgen für ein exklusives Erlebnis. Niemand vor und nach genau dieser einen Vorstellung wird...
