7 Dinge, die die Dramatik und Dramatiker:innen in der Pandemie brauchen
Es gibt gute Gründe, gerade jetzt intensiv mit Theaterautor:innen zusammenzuarbeiten. Viele von uns Autor:innen haben die Krise sehr intensiv erlebt. Damit meine ich nicht nur das Wegbrechen von Einnahmen oder den Verweis mancher Politiker, als Soloselbständige gegebenenfalls «auf die Grundsicherung» – Klartext: auf Hartz IV – zurückzugreifen. Wie man oder frau neben der Beschulung von einem bis drei Kindern schöner scheitern kann, zum Beispiel daran scheitern, sowas wie einen ohne -hin stets flüchtigen Schreibflow wachzuhalten.
Auch davon können wir jederzeit – gerne zur Sicherheit auch via Zoom – ein Lied singen. Write what you know. Ja, wir Autor:innen sind Gegenwartsspezialist:innen; im Lockdown ganz besonders.
Irony off: Die Ausnahmesituation «Pandemie» – unser aller Überlebenszeit – sollte vielstimmig reflektiert werden. Und zwar von heute aus, also aus dem Hier und Jetzt (und eben nicht, indem man Camus oder Boccaccio aus dem Regal zieht). Es spricht vieles dafür, dass die gegenwärtige Situation künftige Krisen vorzeichnet – wenn man an das weitere Aufklaffen der Schere zwischen Arm und Reich denkt, an immer heftiger polarisierte Gesellschaften und die damit einhergehende ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Neue Stücke, Seite 140
von Paul Brodowsky
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