Mehr als Kartoffelbrei
Ich habe keine wirklich klare Antwort auf die Frage: «Was muss bestehen bleiben, was soll sich ändern?» Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass uns die Sturheit von Helge Schneider, den ich absolut klasse finde, nicht weiterbringt: Er wendet sich per Video an seine Fans und erzählt davon, dass er eigentlich in Rente gehen könnte, weil er schon früh angefangen hat einzuzahlen, und dass er es – jetzt in der Krise – durchaus befriedigend findet, Kartoffelbrei mit Blumenkohl zu kochen – außerdem sagt er: «Ich bin ein Auftreter und da ich nicht vor Autos auftreten will, trete ich hal
t gar nicht auf …» Ich möchte auch nicht im Autokino auftreten, wirklich nicht – aber keiner von uns weiß, wie lange dieser «Zustand» andauern wird, und ich bin dann wohl eher ein opportunistischer Allesfresser, der sich auf neue Formate einlassen kann, anstatt abzuwarten, dass es «wie früher» wird – das wird es sowieso ganz sicher nicht mehr.
In diesem Zusammenhang bin ich übrigens ein bisschen verwundert über die Larmoyanz einiger Theaterintendant*innen. Die Aufforderung «Nehmen wir die Coronapause als Chance» erinnert mich obendrein an diese scheußliche Situation, wenn man gerade von seinem Partner ohne ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 41
von Annette Paulmann
Ich bin nicht souverän. Kann es nicht sein, noch immer nicht, obwohl die Freiräume wieder größer werden. Die Zeit arbeitet für uns, denkt man, beruhigt man sich. Ja, wir werden wieder Theater spielen. Der Spuk wird ein Ende haben. Aber souverän? NEIN. Ich schaffe das nicht, denn ich muss zugeben, dass ich verstörende Tendenzen in meiner Psyche entdecken musste, auf...
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