Jokastes Kinder

Fritz Kater «come as you are (jokastematerial oder der kapitalismus wird nicht siegen)»

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In seiner bahnbrechenden Theorie um Ödipuskomplex und Penisneid hat Sigmund Freud den zweiten Part des Mythos komplett ausgeblendet: die Rolle der Jokaste. Jokaste? Genau, die Mutter, pardon: Frau des Ödipus, der mit ihr vier Kinder zeugte, nachdem er ihren Mann und seinen Vater erschlagen hatte. Diese vernachlässigte Figur aber soll, wie könnte es anders sein, in ihrer Doppelfunktion die sexuellen und psychischen Neurosen der Söhne (und Männer) (und vielleicht auch Töchter) zu verantworten haben (und damit den Urgrund für alle Probleme zwischen den Geschlechtern liefern).

Von dieser unbekannten Figur hat sich Fritz Kater für sein neues Stück inspirieren lassen, das er für Schauspieler*innen der Ensembles von Düsseldorfer Schauspielhaus und Volksbühne geschrieben hat, und das Armin Petras als Koproduktion in Berlin und Düsseldorf auf die Bühne bringen wird.

Die Überschreibungen von Fritz Kater sind besonders: Vor Jahren bekam er den Auftrag, für die Ruhrtriennale «Tristan und Isolde» zu überschreiben. Das Ergebnis, «HEAVEN (zu tristan)», wurde zu einer Liebesgeschichte in einer Plattenbausiedlung und zum Abgesang auf ein sterbendes Land – und war so weit vom ursprünglichen Stoff ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 146
von Felicitas Zürcher

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