Marode Mittelschichtler:innen

Philipp Löhle «Firnis» (U) am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken

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Familie Wagner hat alle exklusiven Urlaubsdestinationen gerade noch rechtzeitig abgeflogen, bevor eine Flug-Abstinenz der Bürger:innen erste Pflicht wurde. Die Malediven sind jetzt nicht mehr drin, und es sieht so aus, als hätten die Wagners in ihrem aktuellen Urlaubsdomizil dezente Entzugserscheinungen. So ein veganer italienischer Bauernhof ist nun mal ein Bauernhof. Nichtsdestotrotz geben sie ihr Bestes und jede Menge Lebenszeit, um sich ins rechte CO2-Licht zu rücken.

Sogar Papa Paul trainiert seine woke Dehnungsfähigkeit und geht, wenn er heimlich Autohäuser zum Zweck einer Probefahrt aufsucht, neuerdings nur noch ins Autohaus Gitter. Der Inhaber hat vollständig auf E-Mobilität umgestellt, ist dummerweise seither aber on the road to Insolvenz.

Die Menschen in Löhles «Firnis» fürchten den sozialen Abstieg oder sind bereits abgestiegen wie der überschuldete Leonard, der aus Scham die Familie verlässt, auf der Straße lebt und dort von Mutter Wagner adoptiert wird. Die therapierende Psychologin nimmt ihn in der Familie auf, wo er den Hauhalt führt. Riecht dezent nach Sklaverei, könnte aber auch der erste Schritt in Richtung der gelingenden Integration eines Biodeutschen sein, der ...

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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Jürgen Berger

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