In jeder Ecke schwarz
Wie das Innere eines Gurkenglases schimmern die Bühnenwände: trübe, grün, irgendwie geheimnisvoll. Doch natürlich nur, wenn Licht auf sie fällt. Normalerweise steht das saure Gemüse in Reihen in dunklen Kellerregalen. Und so stehen auch die fünf Schauspieler als abstrakte Einlegeware in beige-braunen Jumpsuits (Bühne und Kostüme Heike Mondschein) nebeneinander immer wieder im Black. Chorisch beschweren sie sich über unachtsame Besitzer: «Unbekannte Hände zerrten uns aus der Dunkelheit heraus – sie dachten nicht einmal den Deckel abzunehmen. Sie riechen noch nicht einmal daran.
»
Dabei hat das Fermentieren von Kohl, Möhren und Gurken einst ganzen Familien über den harten osteuropäischen Winter geholfen. Der namenlosen fünfköpfigen Familie, von der die bosnische Autorin Asja Krzmanovic in der Uraufführung von «Sauer» am Theater Oberhausen erzählt, ist indes nur das alljährliche Einlege-Ritual als Tradition geblieben. Harmonisches Zusammentreffen sieht anders aus: Während die Großmutter immer wütender Morddrohungen herauskläfft und in Demenz versinkt, haben der gereizte Business-Sohn (Tim Weckenbrock) und seine ungeduldige Ehefrau (Ronja Oppelt) sichtlich keine Lust, am altmodischen ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Dorothea Marcus
Familie Wagner hat alle exklusiven Urlaubsdestinationen gerade noch rechtzeitig abgeflogen, bevor eine Flug-Abstinenz der Bürger:innen erste Pflicht wurde. Die Malediven sind jetzt nicht mehr drin, und es sieht so aus, als hätten die Wagners in ihrem aktuellen Urlaubsdomizil dezente Entzugserscheinungen. So ein veganer italienischer Bauernhof ist nun mal ein...
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Wolfgang Kralicek Als Sie als Kulturstadträtin anfingen, haben Sie in «Theater heute» gesagt, Sie möchten kein «fleischgewordener Bankomat» sein. Ist Ihnen das gelungen?
Veronica Kaup-Hasler Ja, unbedingt!
WK Aber liegt es bei dem Job nicht in der Natur der Sache, dass alle nur das Eine wollen?
Kaup-Hasler Natürlich geht es in vielen Gesprächen, die ich führe,...
