Mannheim: Typisch Frau?
Norma kommt von «Norm». Denn Norma steht unter gewaltigem Normierungsdruck. Normen kommt auch von «Norm». Er hat das Ganze schon hinter sich. Nach «Du (Normen)», liefert Dramatiker Philipp Löhle nun mit «Du (Norma)» den femininen Gegenpart seiner so genannten «Dulogie». Deren Ziel ist es laut Ankündigung des Nationaltheaters Mannheim zu zeigen, «wie die Konstruktion von Geschlecht in unserer Gesellschaft einen Lebensweg bestimmt».
Anfangs geht das tatsächlich auf in der schnellen, launigen Uraufführung von Regisseur Jan Philipp Gloger in Mannheim: Hannah Müllers trotzig freche Norma stolpert durch einen vaginaartigen Schlitz in der pinkfarbenen Plüsch-Rückwand in eine Welt aus noch viel mehr flauschigem Pink (Bühne Prisca Baumann). Dort lernt sie, von riesengroßen Elterngesichtern im Live-Video beäugt, dass ihr Lächeln verzaubert und dass zorniges Weinen Macht bedeutet. Zunächst gehört Norma noch ganz selbstverständlich zur Bande der Nachbarjungs, lispelnd aufgekratzt gespielt von Sabine Fürst, Matthias Thömmes und Fabian Raabe, die in schnellem Wechsel sämtliche Nebenrollen bestreiten. Doch damit ist ein für alle Mal Schluss, als sie beim Pinkel-Contest keinen ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Cornelia Fiedler
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Bereits im Mai letzten Jahres schuf das polnische Außenministerium eine neue Grundlage für seine Kulturdiplomatie im Dienste von «Recht und Gerechtigkeit»: Die Botschaften, Konsulate und weltweit 24 Kulturinstitute sollten sich zukünftig «dem Erbe des politischen Denkens Lech Kaczynskis» verpflichten. Auf den ersten (ausländischen) Blick mag das als recht ...
Jodeln ertönt wie von fern. Dann klappen die Fensterläden auf und geben den Blick frei auf das dahinterliegende Grün des Flusses. Darin: drei Frauen mit Badehauben, schwimmend, singend. Singen vorüber, in kräftigen Zügen. Und für einen trügerischen Augenschein, einen Wimpernschlag lang erscheint es der Betrachterin, als schwämmen sie in einem grünen Bergsee...
