Macronie und Macarons
Also, er habe es ja versucht. Echt jetzt, sagt Andrew Bleichenwang zu seinem Freund Toby Rülps. Er sei mehrmals über die Straße gegangen, aber Arbeit habe er trotzdem nicht gefunden. Welche Straße?, fragt dieser. Ja, hier, gleich vor dem Theater. Aber das sei doch ein Platz!, entrüstet sich Sir Toby. Über eine Straße müsse er gehen, dann sei alles kein Problem.
«Je traverse la rue et j'en trouve», sagte Emmanuel Macron zu einem arbeitslosen Gärtner: Jobs gäbe es genug, wenn man nur motiviert sei.
Wie heutzutage alles wurde auch dieser wenig sensible Spruch mitgeschnitten und ging in den sozialen Medien viral als Beispiel für die Volksferne des Präsidenten und die Arroganz der «Macronie» insgesamt. Der Präsident, angetreten wie ein neuer Sonnenkönig, hat seinen Nimbus verloren. In Umfragen sinken die Zustimmungswerte für ihn rapide, im Herbst sogar noch unter die seines unbeliebten Vorgängers François Hollande. Er hat das Problem des elitären Technokraten, der notwendige Reformen unsensibel verkauft; er hat gewiss auch an einer französischen Mentalität zu beißen, die der prominente Leitartikler Alain Duhamel, seinerseits konservativ, auf den Punkt bringt: «Die Franzosen entscheiden ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: International, Seite 43
von Andreas Klaeui
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