Lustige Schieflage
Sie möblieren sich ihre Verzweiflung mit einer gemütlichen, potthässlichen Eckcouch-Garnitur, tänzeln am Abgrund ihrer Existenz verzweifelt leichtfüßig wie Hochseil-Akrobaten, sie bewältigen ihre (im Knast) abgesessene Vergangenheit im Schluckspecht-Tempo und betrügen sich mit grellen Wunschvorstellungen um ihre Zukunft – sie sind überhaupt ein paar ganz tolle Hechte, diese «Brüder B.», samt Omi im Anti-Aging-Wahn und dem abgehalfterten Papi, dem keine Bierdose und kein Geschwätz blechern genug sein kann.
Eine wahrhaft schrecklich nette Familie, der nur eines fehlt: ein guter Autor.
Was der flämische Schriftsteller Arne Sierens aus diesem Stoff, aus dem gemeinhin die gesellschaftlichen Alpträume sind, für die Bühne gemacht, ist nämlich nur ein harmlos voyeuristischer Blick in die Hinterzimmer des asozialen Wohnungsbaus oder eine reichlich hochnäsige Freilegung der Unterschichten, wie sie einem das gleichnamige Fernsehen präsentiert. Ein paar zusammengeschusterte Dialoge lang macht sich Sierens lustig über die schiere Ausweglosigkeit dieser Typen, die den Anschluss an die Wirklichkeit längst verpasst haben und im Zug nach Nirgendwo nun arbeits- und antriebslos auf ...
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Mit Helden ist das so eine Sache.
Einerseits gilt das Verhältnis zu ihnen hierzulande als gespalten. Besonders, wenn es sich um die germanische Variante dieses Rollenmodells handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die germanischen Sagen heute nicht mehr unbedingt zum Wissenskanon zählen. Oder weiß jemand etwa, wer Hildebrand und Hadubrand waren? Weiß jemand noch,...
Der israelische Künstler Absalon war ein Architekt der Isolation. Seine penibel weißen «Zellen» besaßen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Mini-Küche, Hock-Klo und Neon-Licht, und wenn es ein Fenster gab, dann nur als Schlitz. Ob die Abschottung in diesen bewohnbaren Monaden erzwungen oder freiwillig sein sollte, Mönchsklause oder Isolationshaft, ließ Absalon offen....
Auf der Bühne herrscht beträchtlicher Verkehr. Mit Graffiti übersäte Kübelwagen rumpeln ihre Runden, spacke Superhelden in prallengen Kostümen schwirren durchs Terrain, viel Volk und Sänger purzeln die Treppen des Bühnenbildes rauf und runter. Unten am Bühnenrand parken trojanische Pferde, und die Nerven des Publikums werden von Maschinenpistolengarben zerrüttet,...
