Lustige Schieflage
Sie möblieren sich ihre Verzweiflung mit einer gemütlichen, potthässlichen Eckcouch-Garnitur, tänzeln am Abgrund ihrer Existenz verzweifelt leichtfüßig wie Hochseil-Akrobaten, sie bewältigen ihre (im Knast) abgesessene Vergangenheit im Schluckspecht-Tempo und betrügen sich mit grellen Wunschvorstellungen um ihre Zukunft – sie sind überhaupt ein paar ganz tolle Hechte, diese «Brüder B.», samt Omi im Anti-Aging-Wahn und dem abgehalfterten Papi, dem keine Bierdose und kein Geschwätz blechern genug sein kann.
Eine wahrhaft schrecklich nette Familie, der nur eines fehlt: ein guter Autor.
Was der flämische Schriftsteller Arne Sierens aus diesem Stoff, aus dem gemeinhin die gesellschaftlichen Alpträume sind, für die Bühne gemacht, ist nämlich nur ein harmlos voyeuristischer Blick in die Hinterzimmer des asozialen Wohnungsbaus oder eine reichlich hochnäsige Freilegung der Unterschichten, wie sie einem das gleichnamige Fernsehen präsentiert. Ein paar zusammengeschusterte Dialoge lang macht sich Sierens lustig über die schiere Ausweglosigkeit dieser Typen, die den Anschluss an die Wirklichkeit längst verpasst haben und im Zug nach Nirgendwo nun arbeits- und antriebslos auf ...
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Der israelische Künstler Absalon war ein Architekt der Isolation. Seine penibel weißen «Zellen» besaßen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Mini-Küche, Hock-Klo und Neon-Licht, und wenn es ein Fenster gab, dann nur als Schlitz. Ob die Abschottung in diesen bewohnbaren Monaden erzwungen oder freiwillig sein sollte, Mönchsklause oder Isolationshaft, ließ Absalon offen....
Wann geht das los? Jung muss man erst werden. Es kann nicht sein, dass das mit der Geburt schon beginnt. Wenn die Hebamme der Mutter ihr Neugeborenes an die Brust legt und statt: Das ist aber ein schönes Baby! sagt: Das ist aber ein junges Baby!, dann vergreift sie sich in der Wortwahl. Auch was bald danach kommt, die Kindheit, kann nicht herhalten für das, was...
Der Generationskonflikt wird schon lange nicht mehr an der Musik- und Modefront ausgetragen, sondern in den technologischen und virtuellen Tiefen von Comic- und Computerkultur. Denn dort ist die Jugend vor den Erwachsenen noch sicher. Und zwar allein deshalb, weil Erwachsene ihr in diese komplex strukturierten Welten mangels entsprechender Kenntnisse und...
