London: Welt aus Liebe und Wahnsinn

Im kommerziellen Londoner Westend-Star-Theater gibt es mit Richard Greenbergs Brüderstudie «Dazzle» einen Lichtblick

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Alle paar Jahre unkt es, Londons kommerzieller Theatersektor sei in der Krise. Tatsächlich aber ist dieser merkwürdige Mikrokosmos um Shaftesbury Avenue erstaunlich stabile Einkommensquelle für seine Produzenten und gar nicht so unwichtiger Faktor in der Inselökonomie. In der Masse der West-End-Musicals und Erfolgstransfer-Stücke aus dem subventionierten Sektor gibt es nun wohl einen offiziellen neuen Trend: Ältere Herren, die sich nach Aufgabe ihrer Intendanzen oder Filmregien langweilen, gründen Companies und ziehen mit einem Haufen Stars im Schlepptau für eine Spielzeit ins West End.


Ex-National Theatre Chef Trevor Nunn war der Erste mit einer Residenz im Haymarket Theatre, letztes Jahr nistete sich Michael Grandage, langjähriger Leiter des Donmar Warehouse, mit seiner Michael Grandage Company um die Ecke ein, dieses Jahr folgte Kenneth Branagh mit – genau – der Kenneth Branagh Company. In Eigen-Branding-Initiative spielt er auch munter selber mit. Das Geschäftsmodell von Nunn, Grandage, Branagh: große Namen, sichere Stücke, experimentfreie Inszenierungen gleich finanzieller Erfolg. Den Zuschauern schlägt das Herz nicht höher, weil sie in ihren Sehgewohnheiten oder inhaltlich ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Patricia Benecke

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