Liebe, Tod, Konzepte und 76 Männer

Der Sommer in Salzburg: Regietheater von Andrea Breth und Nicolas Stemann, neue Stücke von Jan Lauwers, Marius von Mayenburg und Simon Stephens bei den Festspielen

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Eine Kleinfamilie aus dem süddeutschen Raum steht in der Pause vor dem Landestheater und hält einen kleinen Familienrat ab. Mama will heim, Papa mag noch bleiben, und die etwa 20-jährige Tochter im Salondirndl klagt über Langeweile. Da gibt ihr die Mutter einen Ratschlag, den man in Marmor meißeln und in allen Theaterfoyers anbringen sollte: «Man muss wirklich ernsthaft zuhören, was die sagen – sonst hält man’s gar nicht aus!»

Willkommen bei den Salzburger Festspielen.

Wir befinden uns in der ersten von zwei Pausen der Großveranstaltung, mit der das Schauspielprogramm in diesem Sommer eröffnet wurde: Andrea Breth inszenierte Dostojewskis «Verbrechen und Strafe», wobei die Produktion eine etwas komplizierte Entstehungsgeschichte hatte. Angekündigt war die Inszenierung ursprünglich unter dem guten alten Titel «Schuld und Sühne» und in einer Fassung des bulgarisch-österreichischen Autors Dimitré Dinev (dem, neben Nobelpreis­träger Orhan Pamuk, in diesem Jahr die Festspielreihe «Dichter zu Gast» gewidmet war). Aber der Dramatiker und die Regisseurin fanden nicht zueinander, und irgendwann – die Spielplanhefte waren längst verschickt – wurde bekanntgegeben, dass Breth lieber selbst eine ...

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Theater heute Oktober 2008
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 24
von Wolfgang Kralicek

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