Liebe Leserinnen und Leser
Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Nach zehn Jahren haben wir das Erscheinungsbild von «Theater heute» gründlich überarbeitet. Das abbildungsfreundliche Heftformat, deutlich breiter als die üblichen DIN-Formate, wird im Layout wieder aufgenommen, die Schrift läuft lesbarer, drohende Bleiwüsten werden systematisch bewässert.
Da die klassische Schwarz/Weiß-Theaterfotografie im Digitalzeitalter fast verschwunden ist und selbst bei schwierigen Bühnenlichtverhältnissen Farbfotos mittlerweile hohe Auflösungsqualität bieten, kann der Bildanteil im Heft wachsen, und große Farbstrecken werden künftig in «Theater heute» die Regel sein.
Chronik und Magazin haben wir besonders überarbeitet: kür-zere, pointierte Texte ermöglichen mehr Vielfalt und Übersicht, das bisher sehr kompakte Inhaltsverzeichnis ist erweitert; das Stück liegt nun bei und kann leicht herausgenommen werden. So viel zum Äußeren.
Auch das Theater verändert sich. Das deutschsprachige Stadttheater hat sich besser bewährt, als noch Anfang der Neunziger zu befürchten war; das Menetekel der Schiller-Theater-Schließung in Berlin ist ein Einzel(sünden)fall geblieben. Aber die Zahl der Schauspieler im festen Ensemble ist in den ...
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Die Straßenbahn namens Verlangen gibt es nicht mehr, so wenig wie die Haltestelle Elysische Gefilde, ja das ganze New Orleans gibt es nicht mehr, aber das nun hat Tennessee Williams wirklich nicht vorhersehen können. Tempi passati: Geradezu anrührend die sexuellen Sublimierungen, erschreckend die boshafte Selbstzensur in diesem sonst so detailverliebten Text. Man...
Ein Geheimnis der großen Schauspieler ist ihre Präsenz. Draußen auf der Straße können sie unauffällige Passanten sein, aber wenn sie ihren Beruf ausüben, auf der Bühne oder vor einer Kamera, verfügen sie über ein Leuchten. Sogar wenn sie stumm im Hintergrund stehen, saugen sie die Aufmerksamkeit an. So ein Schauspieler war Ulrich Mühe. Er war. Seine Präsenz wird...
Weiß wie Kunstschnee, rot wie Theaterblut, schwarz wie die Black-Metal-Kluft – ein kaltes Märchen bringt die junge französische Regisseurin, bildende Künstlerin und Puppenmacherin Gisèle Vienne mit zum Berliner Festival «Tanz im August». In Frankreich ist die 31-Jährige gut im Geschäft, 2005 war sie mit zwei Produktionen nach Avignon eingeladen. Hier wird sie als...
