Letzte Blüten vor der Dunkelheit

Deutschsprachige Erstaufführungen von Lars Norén: «3.31.93» in Köln und «Überwintern» in Oberhausen

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Jedes Jahr im November blühen die Winter-Astern und die Norén-Inszenierungen als letzter Trost vor der Dunkelheit, meist pünktlich zum Totensonntag. Norén ist ein obsessiver Schriftsteller, er schreibt über seine Obsessionen ­– Alkoholismus, Asozialität, Krankheit, Tod –, aber seine größte Obsession ist das Schreiben. Über 100 Stücke hat er schon geschrieben, 32 sind davon bisher in Deutschland aufgeführt worden. Da findet sich immer noch eines für eine deutschsprachige Erstaufführung.

In Oberhausen war es das 2003 uraufgeführte Selbstmörder-Requiem «Überwintern», in Köln das 2013 in Stockholm uraufgeführte Gesellschaftspanorama «3.31.93».

Dieser Titel ist eine schlichte Rechenaufgabe: 3 Akte mit je 31 Szenen macht 93 Szenen. Die Struktur ist das Thema, das poröse Geflecht menschlicher Beziehungen. Kein Personenverzeichnis, es gibt nur durch Anfangsbuchstaben schwedischer Vornamen und Altersangaben gekennzeichnete Figuren, die in Kurzszenen meist paarweise auftauchen, wieder verschwinden. Manchmal kann man sie in späteren Szenen wiedererkennen, manchmal lassen sich Beziehungen zwischen den Paaren erkennen. Was die Menschen verbindet, sind vor allem Katastrophen.

Gescheiterte Ehen, ...

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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 22
von Gerhard Preußer

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