Sexueller Fallout

Marius von Mayenburg «Perplex», Shakespeare «Was ihr wollt» in Hannover Schauspielhaus

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Zum Schluss kommen ein Bühnenarbeiter mit Akku-Schrauber und eine Souffleuse auf die Bühne: Man müsse umdisponieren, eröffnen sie der erstaunten Schauspielerin – und diese realistische Bretterbühne endlich entsorgen. Und während die Schauspielerin noch schimpft, dass man ihr mitten in ihre Szene laufe, verschwinden die Pappwand mit dem Wolkenkratzer-Gemälde, der Blumentopf und die klapprige Tür ins Hinterzimmer. Und die Schauspielerin muss eine weitere Hiobsbotschaft verkraften. Es gibt keinen Regisseur, «da draußen im Publikumsraum sitzt schon seit Wochen niemand mehr».

Das Gefühl, «dass mir jemand zuguckt», erweist sich als Trugschluss – außerhalb der Bühne herrscht nur Finsternis.

Erst in der radikalen Dekonstruktion findet Lars-Ole Walburgs Inszenierung eines Textes von Marius von Mayenburg doch noch zu sich selbst. Bis dahin haben wir ziemlich verwirrt einem Schwank nach dem anderen zugesehen, den Walburg in der schicksalhaften Verstrickung von zwei befreundeten Paaren auf die Boulevard-Bühne zaubert. Da kommen Carolin (Carolin Haupt) und Philippe (Philippe Goos) aus dem Urlaub zurück, klappern mit ihren Koffern in die Pappkulisse und müssen feststellen, dass nicht nur die ...

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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Alexander Kohlmann

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