Leser schreiben
Sehr geehrter Herr Detje,
wenn ich wirklich der Auftragskiller unserer Wahrnehmungsfähigkeit bin, dann sind Sie mir offensichtlich durch die Lappen gegangen. Ihre Wahrnehmungsfähigkeit scheint mir nicht nur intakt, sondern sogar aufs höchste, beinahe neurotische zugespitzt. Ihren ultraverfeinerten Wahrnehmungsorganen haben Sie Nuancen abgerungen, die außer Ihnen noch niemand aufgespürt hat.
Friedhofsblumenduft? Gesichtsmuskeln, die Deutschland dienen wollen? Wahnsinn, wie mache ich das bloß?
Dabei dachte ich immer, seit ich als Schüler in «Unsere kleine Stadt» jämmerlich versagt habe, das Theater sei sicher nicht mein Ding. Und jetzt gebe ich offenbar überzeugend den Gefühlsparasiten. Und schreibe sogar noch die Texte für meine Aufführung selbst, bin nämlich nicht nur Schauspieler, sondern auch noch Dichter unseres allabendlichen Nachrichtendramoletts!
Fast wäre ich stolz, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass Ihr schöner Text weit mehr mit Ihnen als mit mir und meiner Arbeit zu tun hat. Wenn es Sie interessiert, können wir uns ja einmal ernsthaft über Nachrichteninhalt und Nachrichtenpräsentation unterhalten.
Was Sie abstößt, weiß ich ja nun – vielleicht legen Sie mir dar, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer sich dem neuen ungarischen Nationaltheater am Pester Donau-Ufer nähert, tritt durch einen frei aus der grünen Parkplatzwiese ragenden Portikus, um den sich ein faltenwurfreicher Betonvorhang plustert. Auf einem gepflegten Pfad geht es vorbei an Figuren, die auf Bänken angeregt plauderten, bestünden sie nicht aus Bronze. Vor dem Theater schließlich mit seiner...
Wer über das Theater gründlich nachdenkt, kommt am großen Theater- und Fußball-Philosophen Thomas Brdaric, der als Stürmer in Diensten des VfL Wolfsburg steht, kaum vorbei. Erst kürzlich, zu Beginn der Winterpause, sagte er: «Man macht sich schon sehr, sehr viele Gedanken. Und gerade weil man sich so viele Gedanken macht, habe ich mir in den letzten Tagen einfach...
Schwerin an einem strahlenden Frühsommerabend ist eine Puppenstube. Die Stühle sind auf die Straße gerückt, Touristen schlendern gutgelaunt durch die prächtig wiederhergestellte Altstadt zwischen Pfaffenteich und Burgsee. Neben dem schmucken mecklenburgischen Staatstheater wird die Freiluftbühne für «Rigoletto» aufgebaut. Käme Indras Tochter heute Abend am Theater...
