Ohne Risiken und Nebenwirkungen
Schwerin an einem strahlenden Frühsommerabend ist eine Puppenstube. Die Stühle sind auf die Straße gerückt, Touristen schlendern gutgelaunt durch die prächtig wiederhergestellte Altstadt zwischen Pfaffenteich und Burgsee. Neben dem schmucken mecklenburgischen Staatstheater wird die Freiluftbühne für «Rigoletto» aufgebaut. Käme Indras Tochter heute Abend am Theater vorbei, nie käme ihr die berühmte Quintessenz in den Sinn: «Es ist schade um die Menschen!»
Auch im Inneren des schönen Hauses darf Strindbergs Götterbotin sich wohlfühlen.
Für Alexander Langs Inszenierung des «Traumspiels», das August Strindberg 1900 (nach der rätselhaften «Inferno-Krise», aus der er als gläubiger Mensch hervorging) schrieb, hat Stephan Fernau ein lichtes, klassizistisch anmutendes Bühnenbild gebaut: Vier mit Türen versehene, nach hinten fluchtende weiße Wände, die letzten verbunden durch eine Brücke, hinter der ein bestirnter schwarzer Himmel funkelt – ein abstrakter Magritte-Raum, der Tag und Nacht zusammendenkt, innen und außen, Wohnzimmer und All; im hellen Saal wächst ein spärlich vergoldetes kleines Modell des Schweriner Schlosses aus dem Parkett, taucht auf und verschwindet wieder. Auf der ...
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Wer sich dem neuen ungarischen Nationaltheater am Pester Donau-Ufer nähert, tritt durch einen frei aus der grünen Parkplatzwiese ragenden Portikus, um den sich ein faltenwurfreicher Betonvorhang plustert. Auf einem gepflegten Pfad geht es vorbei an Figuren, die auf Bänken angeregt plauderten, bestünden sie nicht aus Bronze. Vor dem Theater schließlich mit seiner...
tür auf / einer raus / einer rein / zweiter sein», heißt es bei Ernst Jandl. «tür auf / einer raus / einer rein / nächster sein // tür auf / einer raus / selber rein / tagherrdoktor». In Deutschlands erfolgreichster Talkshow ist es genau umgekehrt: Vier- bis fünfmal pro Sendung geht in der «Johannes B. Kerner Show» die Tür auf, ein Gast kommt herein, plaudert mit...
Glauben könnte so schön sein. Wenn sich dieser Gott nur mal blicken ließe. Oder zumindest ein paar Wunder vorbeischickte. Und wenn bloß diese Menschen nicht wären. Erika hat’s wirklich schwer. Die junge Frau will glauben – in einer gottlosen Welt, in einer Welt voller Zweifler. Vom Himmelszelt des Hamburger Thalia Theaters (siehe TH 3/05) ist die Pilgerin in eine...
