Leser meinen: Friedliche Koexistenz!
Den «imaginären Joachim Lux», den «Theater heute» im Interview zu den freien Produktionshäusern in Anspruch nimmt (August/Septemberheft), um mit ihm als Kronzeuge die ohnehin aus dem Ruder gelaufene alte Debatte freie Produktionshäuser versus Stadttheater weiter zu befeuern, gibt es tatsächlich. Hätte man ihn gefragt, hätte er halbwegs kurz Folgendes gesagt: Es kann nicht darum gehen, das Stadttheater gegen die freien Produktionshäuser in Stellung zu bringen oder umgekehrt. Das macht keinen Sinn.
Man spielt ja auch nicht Nationalgalerien gegen Museen der Gegenwart gegen Galerien gegen Kunstvereine aus. Da hat vielmehr jeder seine berechtigte Rolle im eigenen Segment. Ähnlich ist es im Genre Theater: Beide Systeme haben eigene Charakteristika, Stärken und Schwächen, und beide ihre Berechtigung – das ist im Einzelnen zigfach beschrieben worden. Ich komme übrigens selbst ursprünglich aus der freien Szene und habe genreübergreifende Musik- und Theaterfestivals organisiert – lang ist’s her.
Schwierig wird es, wenn, wie vielfach in den vergangenen Jahren, Kunstideologie zum Transmissionsriemen für Verteilungskämpfe wird: Die «Freien» waren da Synonyme für Avantgarde, Innovation, ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Joachim Lux
Am Rande eines unwirtlichen Platzes, eines verkehrsumtosten, heißen, öden Steinquadrats, steht ein sorgsam geschichteter Wall aus Sperrmüll. Auf zwei klapprigen Bürostühlen, eingepasst in diesen Wall, sitzen zwei Personen mit weißen T-Shirts und weißen Masken, Regenschirme schützen sie vor der brennenden Sonne. In einem Regal liegt Lesestoff zum verstorbenen...
2./sonntag
22.00, 3sat: Whisky mit Wodka
Spielfilm (Deutschland 2009) von
Andreas Dresen, mit Henry Hübchen, Corinna Harfouch, Fritz Marquardt, Markus Hering, Sylvester Groth u.a.
8./samstag
20.10, das Erste: Brandmal
Spielfilm (Deutschland 2015) von
Nicolai Rohde, mit Peter Lohmeyer, Lisa Maria Potthoff, Marie-Lou Sellem, Hannes Wegener, Jürgen Schornagel, Charlotte...
«ALL I SEE» – alles, was ich sehe – steht auf dem Szenenvorhang. Zum Auftakt fangen die Buchstaben nervös zu blinken an. Was sehe ich, was kann ich erkennen, werde ich als der erkannt, der ich bin? Im Verlauf seiner sehr freien «Iphigenie»-Adaption auf der Kammerspielbühne des Frankfurter Schauspiels lässt Ersan Mondtag ein paar Mal den Zusammenhang von Erkenntnis...
