Ingolstadt: Schmaler Grat
Was hat Theater mit der Wirklichkeit zu tun? Sehr viel in diesen Tagen: In Kabul stürmen Taliban eine Aufführung der Gruppe AZDAR und verüben einen Anschlag, bei dem zwei Menschen sterben; in der Folge dürfen die Mitglieder des Theaters nicht zu einem Gastspiel nach Deutschland reisen, weil die (deutschen) Behörden Flucht-gefahr wittern.
In Gera führt das Theater ein klug gebasteltes Stück über die Licht- und Schattenseiten des Islam auf; die Suche nach einer befristeten Mietwohnung für einen mitwirkenden farbigen Schauspieler muss aufgegeben werden, weil ihn in der ganzen Stadt niemand aufnehmen will. In Paris entgeht die algerische Schriftstellerin Rayhana nur knapp einem Anschlag; sie war auf dem Weg zu einer Aufführung ihres Stückes «In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich», in dem sich mehr oder weniger gläubige Frauen in der geschützten Atmosphäre eines Hamams in Algier über die Männer genüsslich das Maul zerreißen und doch in die Schranken eines islamischen Staats gewiesen werden, der ihnen weder Meinungs- noch Vergnügungsfreiheit zugesteht.
Und bei Rayhana ist das Theater tatsächlich in der Wirklichkeit angekommen. Die Ingolstädter deutschsprachige Erstaufführung in ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Bernd Noack
Man kann nicht behaupten, dass sich in den letzten fünf Jahren in Ungarn nichts verändert hätte: Während es 2011 für die Berufung György Dörners, bekannt für seine Nähe zur Jobbik-Patei und seine extremistische Haltung, noch einer Drohgebärde der lokalen Regierung und eines administrativen Tricks bedurfte (die Evaluation und Empfehlung des professionellen Beirats,...
Den «imaginären Joachim Lux», den «Theater heute» im Interview zu den freien Produktionshäusern in Anspruch nimmt (August/Septemberheft), um mit ihm als Kronzeuge die ohnehin aus dem Ruder gelaufene alte Debatte freie Produktionshäuser versus Stadttheater weiter zu befeuern, gibt es tatsächlich. Hätte man ihn gefragt, hätte er halbwegs kurz Folgendes gesagt: Es...
Schade, wäre schön gewesen. Die drei Millionen Zuschauer mehr, die die gerade veröffentlichte, inzwischen 50. Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins zum Ende der Spielzeit 2014/15 ausweist, sind keine drei Millionen mehr. Sondern nur ein Sondereffekt, weil eins der großen Musicalunternehmen, die sich sonst nicht so gerne in ihre wirtschaftlichen Karten...
