Ingolstadt: Schmaler Grat
Was hat Theater mit der Wirklichkeit zu tun? Sehr viel in diesen Tagen: In Kabul stürmen Taliban eine Aufführung der Gruppe AZDAR und verüben einen Anschlag, bei dem zwei Menschen sterben; in der Folge dürfen die Mitglieder des Theaters nicht zu einem Gastspiel nach Deutschland reisen, weil die (deutschen) Behörden Flucht-gefahr wittern.
In Gera führt das Theater ein klug gebasteltes Stück über die Licht- und Schattenseiten des Islam auf; die Suche nach einer befristeten Mietwohnung für einen mitwirkenden farbigen Schauspieler muss aufgegeben werden, weil ihn in der ganzen Stadt niemand aufnehmen will. In Paris entgeht die algerische Schriftstellerin Rayhana nur knapp einem Anschlag; sie war auf dem Weg zu einer Aufführung ihres Stückes «In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich», in dem sich mehr oder weniger gläubige Frauen in der geschützten Atmosphäre eines Hamams in Algier über die Männer genüsslich das Maul zerreißen und doch in die Schranken eines islamischen Staats gewiesen werden, der ihnen weder Meinungs- noch Vergnügungsfreiheit zugesteht.
Und bei Rayhana ist das Theater tatsächlich in der Wirklichkeit angekommen. Die Ingolstädter deutschsprachige Erstaufführung in ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Bernd Noack
Es gibt in Avignon so etwas wie ein heimliches Ranking: Wer schafft’s am längsten? Ariane Mnouchkine, «Les Ephémères»: acht Stunden. Peter Brook, «Mahabharata»: elf Stunden. Antoine Vitez, «Der Seidene Schuh»: zwölf Stunden. Thomas Jolly, «Heinrich VI.»: 18 Stunden. Olivier Py, «La Servante»: 24 Stunden! In die mittlere Kategorie reiht sich nun mit elfeinhalb...
Personen
Elisabeth Lear Industriemagnatin in fortgeschrittenem Alter, Erbin und alleinige Besitzerin des ehemaligen Baukonzerns Lear A, jetzt: des internationalen Mischkonzerns Lear Inc.
Robert Kent seit Jahrzehnten Lears rechte Hand bei allen Geschäften
Gregory Lears ältester Sohn
Hendrik zweitältester Sohn
Cornal jüngster Sohn
Connie Gregorys Frau
Alma Hendriks...
Barbara Burckhardt Wir sitzen hier zu viert, zwei Autoren, eine Dramaturgin, ein Regisseur: Das ist die Kernzelle des Writers’ Room, der gerade am Essener Schauspiel nach Shakespeares «Othello» «Das Prinzip Jago» entwickelt. Ulf Schmidt, Sie haben schon vor zweieinhalb Jahren auf der Konferenz der Dramaturgischen Gesellschaft die Idee eines Writers’ Room zur...
