Lech ohne Lächeln
Das polnische Theater hat sich nach 1989 lange Zeit als Raum der reinen Kunst bestimmt. Politische Fragen sollten anderswo diskutiert werden und das Theater, das in der lähmenden Zeit des Kriegsrechts gelitten hatte, in aller Ruhe seine Rolle im neuen Polen finden. Krystian Lupa stieg mit seinen oft vielstündigen Romanbearbeitungen zum überragenden Regisseur jener Phase auf, gefolgt von Grzegorz Jarzyna und Krzysztof Warlikowski. Sie leiteten Ende der neunziger Jahre eine «beispiellose Metamorphose des polnischen Theaters» ein, wie der Kritiker Lukasz Drewniak feststellt.
Er spricht gar von einem «Tsunami der Jugend», der das polnische Theater der letzten Jahre aufgestört habe, und zwar nicht nur in den großen Theatern der Metropolen, sondern auch in Provinzstädten wie Legnica und Walbryzch, wo die krassesten Verwerfungen der sich rasant wandelnden polnischen Gesellschaft von der Generation der 30-jährigen Theatermache aufgegriffen wird.
Dem Festival «Polski Express» entstieg im Berliner HAU als erster Jan Klata, der aus Philip K. Dicks Cyberpunk-Roman «The Three Stigmata of Palmer Eldritch» (1964, dt. «LSD-Astronauten») eine düstere Revue destilliert hat. Das Betriebssystem ...
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Das Thema des Stücks ist letztendlich das Scheitern, Momente des Scheiterns groß aufgenommen.» So umreißt Roland Schimmelpfennig den Inhalt seines 2002 von Jürgen Gosch am Hamburger Schauspielhaus uraufgeführten Stückes «Vorher/ Nachher». In 51 kurze Auftritte unterteilt, ist das Drama des gefragten mitteljungen Dramatikers ein Szenenkaleidoskop, das mehr als...
Am Ende geht dieser «Platonow» überraschend glatt auf. Die kunstbeflissene Langeweile, die Schaubühnenregisseur Luk Perceval zelebriert hat, ist fast vergessen; dafür hat man den erbärmlichsten, unsexysten, entleertesten Dorfschullehrer Michail Wassilijewitsch Platonow ever zu sehen bekommen und die großartigste Generalswitwe Wojnizewa gleich dazu. Ihren an...
Der israelische Künstler Absalon war ein Architekt der Isolation. Seine penibel weißen «Zellen» besaßen Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Mini-Küche, Hock-Klo und Neon-Licht, und wenn es ein Fenster gab, dann nur als Schlitz. Ob die Abschottung in diesen bewohnbaren Monaden erzwungen oder freiwillig sein sollte, Mönchsklause oder Isolationshaft, ließ Absalon offen....
