Lebendige Geister

Kühnel/Kuttner widmen dem nach Westen gegangenen Ost-Dichter Thomas Brasch einen Abend am Deutschen Theater, Meryl Tankard reenactet in Wuppertal Pina Bauschs «Kontakthof» in den Resten der Besetzung von 1978: «Echoes from ’78»

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Der gebürtige Rostocker Jörg Pose betritt als erster allein die Bühne, setzt sich auf einen Stuhl an der Rampe, zuckt und zupft an sich und seinem Harlekinspyjama herum. Er hebt an, von einem seltsamen Fiebertraum zu erzählen, in dem der Träumende schon gestorben ist und sich mit anderen auf eine Reise und in «ein Haus aus geballter weicher Luft» begibt, dann aber doch im Theater landet und dort beinahe von einer Frau erwürgt wird.

Jörg Pose spricht diesen Text mit einer konzentrierten Unruhe, die das Publikum sehr genau hinhören lässt: Wer spricht da?

Kenner:innen des Werks von Thomas Brasch wissen, dass Poses Text aus dem schmalen Prosaband «Mädchenmörder Brunke» stammt, aber diese Quellenangabe ist vielleicht gar nicht so wichtig. Wichtiger ist der fragile Ton, den Jörg Pose zum Auftakt anschlägt: Er steht leicht quer zu der maskulinen Rebellenverehr -ung, die Braschs Werk durchaus kennzeichnet. Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, die seit gut einem Jahrzehnt am Deutschen Theater das Ost-Erbe kritisch pflegen und befragen, haben aus Gedichten, Prosatexten, Briefen, Filmausschnitten und zwei ausufernd einordnenden Kuttner-Interventionen den nach einer breitbeinigen Gedichtzeile ...

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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Eva Behrendt

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