Talent zum Mythos
Wer dieser Tage in den USA nach sehenswertem Theater sucht, der stößt auch hier auf jene Spaltung, die sich in den Wahlen zeigte: Auf der einen Seite sind da die großen Broadway-Shows, Musicals und Bestseller-Inszenierungen für ein zahlungskräftiges Publikum, das von Popkultur und Kino erzogen worden ist, im Theater nicht viel anderes als gute Unterhaltung zu suchen und die auch bekommt.
Auf der anderen Seite arbeitet man in den ungezählten Theater- und Performance-Departments der Universitäten an allem, was der Über -lebenskampf in einem Land ohne eine öffentlich subventionierte Theaterlandschaft unmöglich macht. Wer in den USA als Künstler Theater machen wolle, erzählt eine Theaterwissenschaftlerin, der muss sehen, dass er einen Job an einer Universität ergattert.
Zwischen deren Drama- und Performance-Departments auf der einen, dem Kommerz auf der anderen Seite halten sich mehr schlecht als recht Theater, die in Deutschland vermutlich irgendwo in der Freien Szene am Rande der Förderung ihren Platz fänden: Spärlich und unsicher von Sponsoren, Mäzenen, dem Publikum und hier und da von pädagogische Aufgaben für Schüler, Manager oder Therapie suchenden Kunden finanziert, überleben ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: International, Seite 38
von Nikolaus Müller-Schöll
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