Talent zum Mythos
Wer dieser Tage in den USA nach sehenswertem Theater sucht, der stößt auch hier auf jene Spaltung, die sich in den Wahlen zeigte: Auf der einen Seite sind da die großen Broadway-Shows, Musicals und Bestseller-Inszenierungen für ein zahlungskräftiges Publikum, das von Popkultur und Kino erzogen worden ist, im Theater nicht viel anderes als gute Unterhaltung zu suchen und die auch bekommt.
Auf der anderen Seite arbeitet man in den ungezählten Theater- und Performance-Departments der Universitäten an allem, was der Über -lebenskampf in einem Land ohne eine öffentlich subventionierte Theaterlandschaft unmöglich macht. Wer in den USA als Künstler Theater machen wolle, erzählt eine Theaterwissenschaftlerin, der muss sehen, dass er einen Job an einer Universität ergattert.
Zwischen deren Drama- und Performance-Departments auf der einen, dem Kommerz auf der anderen Seite halten sich mehr schlecht als recht Theater, die in Deutschland vermutlich irgendwo in der Freien Szene am Rande der Förderung ihren Platz fänden: Spärlich und unsicher von Sponsoren, Mäzenen, dem Publikum und hier und da von pädagogische Aufgaben für Schüler, Manager oder Therapie suchenden Kunden finanziert, überleben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2025
Rubrik: International, Seite 38
von Nikolaus Müller-Schöll
Zumindest im belgischen Gent scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: «Da Gent eine sehr progressive Stadt ist, scheint rechtsextreme Einflussnahme auf Kultur noch sehr weit weg zu sein», erzählt Ilse Delmeire, Geschäftsführerin des Campo-Theaters Gent. Trotz Kürzungen und jüngster Reduktion der Anzahl ihrer Mitarbeiterinnen von 22 auf 18 funktionierten die...
Eine einsame Nacht. Irgendwo in Deutschland, in Nordseeküstennähe. Im Radio laufen die Nachrichten, berichten von Baerbock, Berlin und Kiew. Zum Abschluss das Wetter: Quellwolken, fallende Temperaturen und leichter Nieselregen. Richtig wohlig klingt das alles nicht. Aber wohlig sind die Zeiten ja auch nicht. Und die Nächte sowieso einsam. Letzeres zumindest erzählt...
Der Boden im Basler Schauspielhaus ist grün, die fünf Männchen, die auf die Bühne kommen, auch. Komplett, von den Füßen bis zu den Haarspitzen. Nur einer nicht, der hat zwar einen grünen Schal um den Hals geschlungen, trägt sonst aber schnieken Anzug. Die anderen: fünf Marsmännchen. Hier werden «Die Chroniken vom Mars» gegeben, in denen Ray Bradbury die Geschichte...
