Mit Feuerzeug
Dass es schön mit ihm sei, sagt sie so oft, als wiederhole sie den Refrain eines Songs, der von zwei jungen Menschen erzählen will, die sich gerade kennenlernen. Viel weiß man nicht über die beiden. Sie scheint an die Macht der Liebe zu glauben und hätte gerne einen, «der mich feste anpackt». Und er zweifelt an allem und schwankt von «Da bin ich wieder in diesem scheiß para -diesischen Moment, allein mit dem schönsten Mädchen, also dem schönsten von der Party» bis hin zu einem rüden «Halt’s Maul».
Ansonsten geht es um die besagte Party, von der er schnell weg will, während sie ihn besser kennenlernen möchte, was gegen Ende «auf einem weiten kahlen Stoppelfeld» auch möglich sein könnte, würde dort nicht etwas Dramatisches geschehen. Ein Feuerzeug scheint eine Rolle zu spielen.
Was genau passiert, erfahren wir nicht, von der Party schon etwas mehr. Einer der Gäste kotzt, ein anderer möchte seinen «Schwanz rausholen», wird beim Fingern in der Hose aber wohl nicht fündig. Lothar Kittsteins Text, der 2005 bei den Autorentheatertagen des Thalia Theaters aninszeniert wurde, setzt das Pfalztheater Kai -serslautern einen ungewöhnlichen Spielort entgegen: Die «Hannenfass Lounge» entfaltet ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger
Dass Liebe kälter als das Kapital ist, wusste schon Carlo Goldoni sehr genau. In seiner «Trilogie der Sommerfrische» geht es nur an der Oberfläche darum, wer mit wem auf Urlaub fährt oder wer in wen verliebt ist. In Wahrheit dreht sich alles ums Geld, wobei der Witz dieser Komödie – eigentlich tatsächlich eine Trilogie, die in der Praxis aber meist zum Dreiakter...
BERLIN, SCHLOSS BIESDORF bis 23. Februar 2025, Achim Freyer Bilder – Eine Retrospektive
Anlässlich des 90. Geburtstags von Achim Freyer zeigt die Ausstellung das malerische Schaffen des Theaterkünstlers im Kontext spezifischer Lebensphasen, u. a. Flucht aus der DDR 1972.
ESSEN, MUSEUM FOLKWANG bis 12.1.25, Grow it, show it! Haare im Blick von Diane Arbus bis TikTok
...
Pläne der Redaktion
Der Balkan sei eine kleine Region, meint Aurelia Kadriu von Quendra Multimedia in Tirana. Aber mit wichtigen Stoffen fürs Theater! Ein Report
Subtile Rebellion ist ihre Strategie: die Schauspielerin Lavinia Nowak – ein Porträt
Rache ist Blutwurst! Mit einer Schaueroper gegen den Mietenwahnsinn: Raphaela Bardutzkys «Altbau in zentraler Lage» –...
