Leben zwischen Gräbern
Eine verkehrte Welt ist das, diese Welt nach dem Krieg. Die Toten mischen sich unter die Lebenden, Identitäten lösen sich auf in einem Meer von Ungewissheiten, und überall streunen Hunde herum, werden zu ersehnten Kindern, Hoffnungsträgern oder unheilvollen Widergängern.
Auch wenn der reale Krieg kein ausdrückliches Thema in Biljana Srbljanovics Auftragsstück für das Schauspiel Essen ist, verweben seine Traumatisierungen und Verletzungen die Geschichten und Geschicke der Figuren. Milica, die Ex-Frau des Parteifunktionärs Marko, hat sich umgebracht.
Marko versucht dies vor seinem Sohn Zoran, der am liebsten auch Marko hieße, geheim zu halten, doch das Kind hat schon längst alles durchschaut und betäubt seinen Kummer mit maßlosem Essen. Zudem macht er Milena, der Freundin seines Vaters, das Leben schwer. Milena wiederum treibt ziellos durch den Tag, wähnt sich mehrfach schwanger und gebiert doch nur einen Ehering, raucht mit dem sonderbaren Polizisten Dragan Hasch und schreibt unermüdlich Briefe an ihre nicht antwortende Mutter. Ein düsterer, sehnsuchtsvoller Reigen von Eltern-Kind-Varianten zieht sich durch das Stück. Neben der rätselhaften Metaphorik geben der lakonische Ton ...
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