Das Glück der Deutschen
Adolf Hitler war ein verschrobener Kerl, dem die Hände zitterten. Andreas Baader war ein ungehobelter Macho, der gern mit Pistolen fuchtelte. Claus Graf Stauffenberg war ein Aristokrat der Tat, der beinahe das Schicksal ausgebremst hätte. Die DDR war ein dekadentes Funktionärsregime, in dem Kunst nur der Anbahnung von Sex diente. Die DDR war ein Paradies mit eingelegten Gurken, aus dem sich die Menschen nur durch den Sündenfall der Reisefreiheit vertrieben ließen. So war es.
War es so?
Der deutsche Film steht zwanzig Jahre nach der Wende von 1989 vor einem seltsamen Phänomen: Historische Stoffe, gerade auch solche aus der nahen Vergangenheit, prägen das Geschäft. Sobald der Branche zu Hitler nichts mehr einfällt, gibt es einen Film über «Hilde» (Hildegard Knef, Deutschlands erste Nachkriegsdiva, die es beinahe in Hollywood geschafft hätte). Wem «Der Untergang» nicht gereicht hat, der kann sich in «Anonyma – Eine Frau in Berlin» noch einmal die zerstörte Hauptstadt des «Dritten Reiches» als pittoreske Kulissenstadt vergegenwärtigen. Wer Oskar Schindlers gute Tat angesichts der Dimensionen der Shoa nicht allein seligmachend findet, kann in dem Geschäftsmann John Rabe, der in Shanghai ...
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War es dies etwas verhaltene Mädchenlachen, ein Versprechen von welschem Charme? Oder ihre streng aufrechte Haltung, die von protestantischer Disziplin erzählte? Als Gilberte de Courgenay in Franz Schnyders gleichnamigem Debütfilm spielte sich Anne-Marie Blanc 1941, gerade 22 Jahre alt, in die Herzen eines schweizerischen Publikums, deutsch und welsch – und da...
Was ist eigentlich aus dem «Ende der Geschichte» geworden? Dem amerikanischen Politikwissenschaftler Francis Fukuyama zufolge hat es bereits vor zwanzig Jahren stattgefunden, als sich der Weltgeist nach langem Ringen im Kalten Krieg schließlich für Kapitalismus und Demokratie entschied. Seither leben wir im Posthistoire – und haben vor allem Geschichte im Kopf.
Wenn...
Die Familie Gollwitz hat einen Vogel. Einen ziemlich großen sogar. Links neben dem roten Sofa hängt eine überdimensionale Papageienschaukel, rechts prunkt ein Meisenknödel im Netz, Durchmesser: gut ein halber Meter. Das liebe Vieh aber steht vorn an der Rampe, federt locker im Kniegelenk und krächzt flügelschlagend ins Publikum: «Gudn Aahmd!»
Der Schauspieler und...
