«In was soll ich mich denn hineinintegrieren?»

Ein Gespräch mit Hilmi Sözer, Christian Petzolds Ali in «Jerichow», über Transnationalität, eine türkische Kindheit im Rheinland, die Generation der Versöhner und Bildung als Chance

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Barbara Burckhardt Hilmi Sözer, im Altonaer Theater in Hamburg spielen Sie zurzeit «Schillers Sämtliche Werke, leicht gekürzt», ein Abend von und mit Michael Ehnert in Anlehnung an den Shakespeare-Renner ähnlichen Titels. Sie spielen darin unter anderem sehr scheu und ernst Schillers Luise Millerin und müssen sich in der fingierten Probensituation, die den Rahmen des Abends bildet, heftig gegen Ihre drei Kollegen von der Schillerban.de zur Wehr setzen, die Sie bestenfalls Randfiguren spielen lassen wollen.

Einmal fällt der Satz: «Kann ein Türke Schiller sprechen?»

Hilmi Sözer Natürlich kann er das. Wir benutzen das Türken-Gerangel ja vor allem, um einen Einstieg zu finden, Schiller näher an uns heran­zuholen. Daran werden wir auch noch weiterarbeiten, wir sind bis Ende 2010 ja mit dem Abend unterwegs, quer durch Deutschland. Das ist im Moment noch ganz nett, aber auch zu nett. Wenn Kristian Bader da an einer Stelle mit Wallenstein in den Hitler-Ton rutscht – die Nazis haben sich ja eine Zeitlang ganz gerne des Schiller-Pathos’ bedient –, da würde ich ihn gerne auffordern, in der Rolle zu bleiben, mit einem Schiller-Satz: «Steh zu deinem Volk.» Und dann könnte er zu mir, dem Türken, ...

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Theater heute April 2009
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Barbara Burckhardt

Vergriffen
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