Leben verleihen
Ewald Palmetshofer, 1978 in Linz geboren, wächst im Mühlviertel, genauer in Mönchdorf, in Oberösterreich auf. Nach Schule und Zivildienst geht er nach Wien, um zunächst Theaterwissenschaft und Germanistik, dann Theologie, Philosophie und Psychologie auf Lehramt zu studieren.
Ich habe mich länger gefragt, ob ich überhaupt diese wenigen biografischen Daten dieser Laudatio beifügen sollte, weil – das kennen wir alle von uns, wann beginnt ein eigenes, ein künstlerisches Leben? Und außer der charmanten Kadenz seines oberösterreichisch gefärbten Zungenschlags gibt es für mich wenig an Ewald Palmetshofer, das an seine frühe Heimat erinnert.
Aber gerade der Dialekt, die sanft gefärbte Aussprache, ist in Palmetshofers Fall nicht nur Markenzeichen, sondern ein Herkunftssiegel, dem zu entgehen in Österreich schwer fällt. Es ist ein tatsächlich österreichisches Phänomen: sich Heimat samt Dialekt vom Leib zu schreiben, um in einer eigenen Sprache Autonomie zu suchen. Das Dichten ist daher auch als eine Loslösung von der lokalen Gebundenheit, als Emanzipation zu kennzeichnen. Darum ist das Ringen um Sprache und das Gestalten der Sprache in Österreich oft so radikal.
Ewald ist, und auch das soll ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Andreas Beck
Aachen, Grenzlandtheater
14.8. Strindberg, Fräulein Julie
R. Catharina Fillers
22.9. Engler, Noch einmal, aber besser
R. Philip Stemann
Aachen, Theater
17.9. de Velasco, Tigermilch
R. Hanna Müller
18.9. Müller, Der Auftrag.
Erinnerungen an eine Revolution
R. Paul-Georg Dittrich
22.9. Goethe, Faust 1+2#konzentriert
R. Christina Rast
Altenburg/Gera, TPT
19.9. Lorca, Bluthochzeit
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Dunkel und still wie in einem Grab ist es. Plötzlich schneiden gleißend helle Stroboskopblitze einzelne Bilder in die Finsternis: Ein Mann watet durch knöcheltiefes Wasser, trifft auf eine Frau. Im Blitzlichtgewitter und zu anschwellender elektronischer Musik fallen sie wollüstig übereinander her, ein zuckendes triefnasses Knäuel, das sich im Wasser wälzt....
Zu Beginn goldene Worte, mal pragmatisch ernüchtert wie die des Thalia-Intendanten Joachim Lux, der den Regienachwuchs ermahnte, sich schon rechtzeitig an die Balance von Markt und Eigensinn zu gewöhnen. Mal vom utopischen Furor davongetragen wie die des Kulturbereichsleiters der namengebenden Körber-Stiftung Kai-Michael Hartig, der die Studenten in Zeiten der...
