Vertrauen ist besser

Johan Simons verlässt die Münchner Kammerspiele nach fünf Jahren auf eigenen Wunsch – für viele zu früh, aber seine Vision von einem internationalen Ensembletheater ist aufgegangen. Ein Rückblick

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Zum Schluss wird noch einmal gezaubert, verstörend, verspielt und getrieben von einer unbeirrbaren Sehnsucht nach der Magie von Begegnung. Aus anfänglicher Ver­einzelung finden sich Paare und Grüppchen, die sich neugierig beschnuppern und zu wackligen Pyramiden türmen, die stets vorzeitig zusammenbrechen. Sechs Performer und drei Musiker probieren aus, wie viel Leben auf eine Bühne passt, wie zwei Frauen aus offensiver Nacktheit für einen Moment tatsächlich ausgelassene erotische Nähe entstehen lassen können und dann wieder große Illusion.

Eine Zuschauerin verschwindet ganz klassisch in einem Spiegelkasten, ein braunes Kaninchen wird her­umgereicht und darf wider Erwarten sichtbar bleiben.
«Until Our Hearts Stop» von Meg Stuart ist die letzte Premiere unter der Intendanz von Johan Simons an den Münchner Kammerspielen und zugleich ein virulentes Statement für ein Theater der physischen Intui­tion, das keine Grenzen akzeptiert und dabei auch einen Hauch von Melancholie verströmt. «Es verschwinden gerade viele an diesem Haus. Doch die gehen nicht so elegant …», spöttelt Kristof Van Boven als Conferencier und einziger originärer Kammerspieler in der Koproduktion mit Stuarts Brüsseler ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Bilanzen, Seite 6
von Silvia Stammen

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