Vertrauen ist besser
Zum Schluss wird noch einmal gezaubert, verstörend, verspielt und getrieben von einer unbeirrbaren Sehnsucht nach der Magie von Begegnung. Aus anfänglicher Vereinzelung finden sich Paare und Grüppchen, die sich neugierig beschnuppern und zu wackligen Pyramiden türmen, die stets vorzeitig zusammenbrechen. Sechs Performer und drei Musiker probieren aus, wie viel Leben auf eine Bühne passt, wie zwei Frauen aus offensiver Nacktheit für einen Moment tatsächlich ausgelassene erotische Nähe entstehen lassen können und dann wieder große Illusion.
Eine Zuschauerin verschwindet ganz klassisch in einem Spiegelkasten, ein braunes Kaninchen wird herumgereicht und darf wider Erwarten sichtbar bleiben.
«Until Our Hearts Stop» von Meg Stuart ist die letzte Premiere unter der Intendanz von Johan Simons an den Münchner Kammerspielen und zugleich ein virulentes Statement für ein Theater der physischen Intuition, das keine Grenzen akzeptiert und dabei auch einen Hauch von Melancholie verströmt. «Es verschwinden gerade viele an diesem Haus. Doch die gehen nicht so elegant …», spöttelt Kristof Van Boven als Conferencier und einziger originärer Kammerspieler in der Koproduktion mit Stuarts Brüsseler ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2015
Rubrik: Bilanzen, Seite 6
von Silvia Stammen
Helmut Lohner hat schon früh alle U- und E-Unterscheidungen unterlaufen. Er begann nach einer Lehre in einer Fotoreproanstalt und privatem Schauspielunterricht 1952 am Stadttheater Baden, avancierte zum Operetten-Buffo am Stadt-theater Klagenfurt und spielte von 1953 bis ’63 am Wiener Theater in der Josefstadt. Frühe Filmerfolge («Das Wirtshaus im Spessart» 1957...
Das Schauspiel war in der Ära von Georges Delnon die drittwichtigste Sparte am Theater Basel. Der Intendant gab Publikum und Belegschaft neun Jahre Zeit, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Man gewöhnte sich aber schlecht daran. Ein Dreispartenhaus, dazu das größte der Schweiz, dessen Schauspiel zur deutschsprachigen Bühnenkunst wenig Bedeutendes beizutragen hat,...
Der Heidi-Kabel-Platz ist eine unwirtliche Ecke der Hamburger Innenstadt, wenn auch eine mit theatraler Aufladung. Gelegen zwischen Ohnsorg-Theater, Deutschem Schauspielhaus und Hauptbahnhof ist der Platz im Grunde nicht mehr als ein windzerblasener großer Taxistand und ansonsten Durchgangsstation für Pendler, Dropouts, Touristen und Theatergänger. Hier hat der...
