Learning or Leaving Las Vegas
Sehr wahrscheinlich haben Menschen schon in der Altsteinzeit Echo und Schallwellen zur Orientierung in dunklen oder unbekannten Höhlen genutzt. Auch die religiöse Musik des 16. Jahrhunderts, die ihre metaphysischen Quellen in der antiken Sphärenharmonie hat, könnte mit den beeindruckenden mehrchörigen Werken als Suche nach gemeinschaftlicher akustischer Orientierung verstanden werden.
Adrian Willaert, ein Superstar des Cinquecento mit Fans in ganz Europa, gilt dabei als Wegbereiter der venezianischen Mehrchörigkeit, indem er in seinen Kompositionen Chöre und Instrumentalgruppen ganz bewusst für ein spezielles räumliches Erlebnis in der einzigartigen Architektur des Markusdoms anordnete.
Für die später entwickelte klassische Konzertkultur, in der sich bald der Dirigent als Machtposition zwischen Orchester und Publikum etabliert hatte, entwickelte Hans Scharoun mit der Berliner Philharmonie einen Raum, der Musik und Zuhörende wieder gleichzeitig ins Zentrum der Raumwahrnehmung setzte. Das 20. Jahrhundert brachte vor allem durch technische Entwicklungen radikale Änderungen akustischer Umgebungen und auch der Räume für Musik, Performance und Film. Am Beginn standen technische ...
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Theater heute August/September 2024
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Moritz Lobeck
TH Die Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in der Kultur-, Medienund Musikbranche e.V., wie es mit vollem Namen heißt, gibt es seit dem Oktober 2018, und sie ist eine schöne – beziehungsweise eher unschöne – Erfolgsgeschichte. Die Zahl der auf Wunsch anonymen Beratungsgespräche in entweder psychologischer und/oder juristischer Hinsicht hat...
Er muss schon ein rechter Kotzbrocken gewesen sein, dieser Märchenonkel. «Der arme Andersen war lästig, die schlimmste Last aber blieb er sich selbst», schreibt der Literaturkritiker Michael Maar in seinem Buch «Leoparden im Tempel» über den Dichter Hans Christian Andersen. Und weiter: «Durch heillosen Egozentrismus fiel er noch den geduldigsten Gastgebern zur Last...
Alles an Thomas Manns «Zauberberg» scheint sich gegen die Bühne zu sträuben, ist doch das Ziel des viele hundert Seiten langen Romans die Übersetzung eines aus den Fugen geratenen Zeitgefühls in Prosa. Trotzdem oder gerade deshalb schafft es dieser Romanklassiker immer wieder auf deutschsprachige Bühnen – kompakt nacherzählt wie im vergangenen Jahr bei Bastian...
