Learning by doing
Vor zwei Jahren kamen die Regisseurinnen Anta Helena Recke und Julia Wissert bei einer Veranstaltung der Berliner Akademie der Künste zusammen, um über ihre Arbeit zu sprechen. Und unvermeidlich auch: über ihre Erfahrungen als schwarze Deutsche mit Ausgrenzung und Rassismus im Alltag ebenso wie im Theaterbetrieb. Dreimal täglich denke sie daran, das Land zu verlassen, sagte Wissert da, und Recke pflichtete ihr bei. Aber, so Recke: «Who else would do the work that really should be done? White people who do not even know that they are white are not going to do the work.
» – «Wer sonst würde die Arbeit erledigen, die wirklich getan werden sollte? Weiße Menschen, die nicht einmal wissen, dass sie weiß sind, werden es nicht tun.» Die Arbeit, um die es hier geht, ist: Der Theaterlandschaft in die bundesdeutsche Gegenwart zu verhelfen.
Lange galt Theater als Ort, an dem Dinge anders gedacht werden können, an dem Strukturen infrage gestellt und neu erfunden werden können. Es galt als politischer Ort, als Ort, an dem eine Gesellschaft zusammenkommt und sich über die Grundlagen ihres Zusammenlebens verständigt. In den letzten Jahren aber wurde immer sichtbarer, wie sehr es auch geprägt ist ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Report, Seite 48
von Esther Boldt
Welche Rolle hat das Theater bei den politischen Protesten in Weißrussland gespielt? 26 Jahre lang hat Lukaschenko auf der Grundlage eines unausgesprochenen Kompromisses regiert: Er gab Stabilität, aber niemand war politisch aktiv. Es gab keine Reformen in Belarus, niedrige, aber stabile Gehälter, kaum Kriminalität – aber alle Wahlen waren intransparent, politische...
Hast du die Regel mit den zehn Kontakten verstanden?» «Nein. Darf man jederzeit mit zehn Leuten zusammenstehen? Worin besteht dann der Schutz?» Anscheinend gibt es eine Unklarheit im ansonsten ausgeklügelten Pandemiekonzept beim Internationalen Sommerfestival Hamburg bezüglich der Frage, mit wie viel Personen man sich treffen kann. Zehn Besucher*innen dürfen...
Als das Corona-Virus im Frühjahr den Großteil des sozialen und kulturellen Lebens lahmlegte, wurden nicht nur die Theater und Konzertsäle geschlossen, auch die großen Festivals wurden reihenweise abgesagt. Theatertreffen, Wiener Festwochen, Mülheim, Avignon, Cannes, Bregenz, Bayreuth, Ruhrtriennale – alles gecancelt. Alles? Nein, ausgerechnet die Salzburger...
