Laut und deutlich
Das schöne englische Wort «to speak up» ist gar nicht so leicht ins Deutsche zu übersetzen. «Laut und deutlich reden» klingt nach Sprecherziehung, «aufmerken» altertümlich. «Den Mund aufmachen» wäre eine Möglichkeit, weil es den erforderlichen Mut unterstreicht, allerdings scheint es eine pädagogische Verhörsituation zu implizieren. Dass man sich für eine wichtige Sache, die vielleicht auch die eigene ist, einsetzt, ist damit nicht so recht getroffen.
In den vergangenen Wochen ereigneten sich zwei eindrückliche Beispiele fürs Speaking-up.
185 LGBTIQ-Schauspieler*innen forderten auf eine Initiative von Karin Hanczewski und Godehard Giese im Magazin der «Süddeutschen Zeitung» mehr Sichtbarkeit und Anerkennung – und zeigten bei der Gelegenheit offensiv Gesicht. Schauspieler*innen wie Mehmet Atesçi (Burgtheater Wien, ehemals Maxim Gorki Theater), Eva Meckbach (ehemals Schaubühne) und Tucké Royale sprachen unter der Überschrift «Wir sind schon da» darüber, wie Film und Fernsehen immer noch darauf bedacht sind, die Sexualität von Schauspieler*innen zu verschleiern, wenn diese nicht heterosexuell sind.
Auch deswegen, weil geoutete Darsteller*innen häufig auf ihre Sexualität reduziert ...
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Theater heute März 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt
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