Laut und deutlich

Speaking-up hilft! 185 LGBTIQ-Schauspieler*innen und Julischka Eichels offener Brief setzen sich für den Fortschritt ein

Theater heute - Logo

Das schöne englische Wort «to speak up» ist gar nicht so leicht ins Deutsche zu übersetzen. «Laut und deutlich reden» klingt nach Sprecherziehung, «aufmerken» altertümlich. «Den Mund aufmachen» wäre eine Möglichkeit, weil es den erforderlichen Mut unterstreicht, allerdings scheint es eine pädagogische Verhörsituation zu implizieren. Dass man sich für eine wichtige Sache, die vielleicht auch die eigene ist, einsetzt, ist damit nicht so recht getroffen. 

In den vergangenen Wochen ereigneten sich zwei eindrückliche Beispiele fürs Speaking-up.

185 LGBTIQ-Schauspieler*innen forderten auf eine Initiative von Karin Hanczewski und Godehard Giese im Magazin der «Süddeutschen Zeitung» mehr Sichtbarkeit und Anerkennung – und zeigten bei der Gelegenheit offensiv Gesicht. Schauspieler*innen wie Mehmet Atesçi (Burgtheater Wien, ehemals Maxim Gorki Theater), Eva Meckbach (ehemals Schaubühne) und Tucké Royale sprachen unter der Überschrift «Wir sind schon da» darüber, wie Film und Fernsehen immer noch darauf bedacht sind, die Sexualität von Schauspieler*innen zu verschleiern, wenn diese nicht heterosexuell sind.

Auch deswegen, weil geoutete Darsteller*innen häufig auf ihre Sexualität reduziert ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
Unter Avataren

Im Foyer steht ein schmaler, blasser Vampir. Es ist Harald Wolff. Genauer, ein Avatar des Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft (dg). Er selbst verbringt die Jahrestagung der dg vor dem Laptop, wie wir alle. Aber statt das alljährliche Treffen als die gefühlt 1642. Videokonferenz seit Corona zu veranstalten, hat die dg 2021 den Sprung ins noch Virtuellere...

Wehret der Normalisierung!

Um autoritären Bedrohungen in liberalen Demokratien nachzugehen, muss man sich vor allem um Entwicklungslinien kümmern und nicht nur Einzelereignisse herausgreifen. Da gibt es auf der einen Seite eine eher langfristige Entwicklung ab dem Jahre 2000, aber auch eine kurzfristige Entwicklung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, deren politische und...

«Wir müssen das Tempo rausnehmen»

Wolfgang Kralicek Die Wiener Festwochen 2020 waren fertig programmiert, als der erste Lockdown kam und irgendwann klar war, dass das Festival nicht wie geplant im Mai und Juni stattfinden kann. Diesmal ist es anders: Sie planen die Festwochen 2021, ohne zu wissen, ob und wie sie überhaupt stattfinden werden. Was ist besser? 
Christophe Slagmuylder Wenn Sie so...