Last Orders, please
Seit der britischen Vorweihnachtswahl ist klar: Jetzt ist Schluss mit lustig. Wie eine Platte mit Sprung hat Premierminister Johnson bei jedem Kampagnenauftritt seine zwei Mantras vom «oven-ready deal» und «get Brexit done» runtergeleihert – selbst wenn er sich das Grinsen manchmal nicht verkneifen konnte. Für seine Ausdauer ist Alexander Boris de Pfeffel Johnson mit einer so großen Mehrheit belohnt worden, dass er parlamentarisch nun freie Bahn hat. Sein großer Get-Brexit-Done-Stichtag: der 31. Januar.
Wie geht es Londoner Theatermachern mit dem nun unabwendbaren Abschied von der EU?
Einige formulieren ihr Elend eher pragmatisch-diplomatisch mit einem Schuss Stiff Upper Lip. So zum Beispiel Sam Pritchard, Associate Director der internationalen Abteilung am Royal Court Theatre: «Es gibt einige große praktische Unsicherheiten und Herausforderungen für uns als Organisation. Was bedeutet es für die Aufenthalte europäischer Künstler, wenn sie mit uns arbeiten, und für die Reisen, die wir zu Projekten innerhalb der EU machen? Womöglich Verlust von Zugang zu europäischen Subventionen für kollaborative Projekte? Höhere Kosten und Barrieren, wenn wir unsere Arbeit in Europa zeigen ...
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Theater heute Februar 2020
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Patricia Benecke
Es gibt in Wien eine wenig schmeichelhafte Zuschreibung, die in der Szene jeder kennt: Am Burgtheater arbeitet man, am Volkstheater macht man Pausen und hält die Tarifverträge ein. Das chronisch unterdotierte und personell unterbesetzte Volkstheater ist das Sorgenkind der ansonsten reichen Theaterstadt: Es gleicht von der Architektur und Größe dem Hamburger...
Zweieinhalb Zimmer, Küche, Bad. Das macht 46 Quadratmeter. In der Platte. Im Großen Dreesch am Stadtrand von Schwerin. Ab 1971 als DDR-Vorzeigewohngebiet geplant und gebaut, im Grünen und am See, ist das Viertel längst zum Brennpunkt geworden. 62.000 Menschen belebten Ende der 80er Jahre noch den Dreesch, das am schönsten gelegene Neubaugebiet Ostdeutschlands,...
Im Schauspiel muss man schauen, lange schauen. Leise rieselt der Schnee auf eine geborstene Villa. Käuzchen schreien, Wölfe heulen, es donnert in der Heimat hinter den Blitzen rot. Stumm stehen die Tannen herum. Eine Lawine hat den Konzertflügel unter sich begraben. Sieben Tote liegen starr im verharschten Firn. Spät kommt das Personal: ein weinendes Kind, eine...
