Lach dich tot, Gesellschaftskrise!
und schlägt, schlägt «scheiße» schreiend, da die türe zu, die raus führt ins foyer. und hört man durch die tür, von draußen hört man noch den unmut des besuchers, dem das geschehen da im bühnenraum so wenig ruhe ließ, dass er nicht anders konnte, als den saal dann zu verlassen. nicht ohne es, das publikum, und die akteurInnen da oben auf der bühne seinen unmut über all das dargebrachte spüren auch zu lassen.
und lehnt mein freund, der mit mir mitgelaufen ist, da ins theater, der eigentlich doch aus der bildenden, aber ein glühender theatermitläufer ist, lehnt sich zu mir herüber, und flüstert er mir jetzt zu, dass das das schöne ist. das ist das schöne, dass sich da im theater die leute echauffieren noch. dass ihm das bisher noch bei keiner ausstellungseröffnung untergekommen, dass, egal wie sehr die bilder das auge ästhetisch auch beleidigten, dass niemand dort schreiend den raum verlassen würd, ja dass die meisten dann dort bleiben würden, um einen spritzwein sich da vor den hässlichsten wanddekorationen hinter ihre gurgeln dann zu gießen, anstatt «scheiße» schreiend, türeknallend die galerie auch zu verlassen. dass diese qualität des theaters, dass es einen eben anders angeht, ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 42
von Ferdinand Schmalz
Zum Auftakt drei irritierende Erlebnisse: Nach einer Inszenierung der «Perser» in Epidauros 2020 fiel – erstens – der Regisseur Dimitris Lignadis im Applaus vor der in vorderer Reihe sitzenden Kulturministerin auf die Knie und küsste ein Miniatur-Modell des Parthenon. Die Inszenierung war in der Deutung des Textes so nationalistisch, dass sie Aischylos’Mah -nung...
Der Hase ist von Anfang an da. Das Ich, das von sich und vom ihm erzählt, staunt und berichtet. Ab geht es durch das Dach, hoch in die Luft. Dann auf das Feld. Die beiden, das Ich und der Hase, sind in einem Leihwagen namens Hollywood als Traumfabrik unterwegs.
Die Prosa schlägt Haken, gibt zunächst keine eindeutigen Angaben zu ihrem Wirklichkeitsstatus durch. Ist...
Hallo», heißt es oft zu Beginn der Aufführungen des Regisseurs Christopher Rüping von der Bühne ins Publikum, und ein Gespräch wie auf Augenhöhe scheint im Hier und Jetzt anzuheben, welches das Publikum erst nach und nach als kunstvoll um es herum gewobenen, geschickt an es adressierten und seine Einbeziehung nicht nur suggerierenden, sondern sanft erzwingenden...
