Labor der Vielfalt

... statt Kerngeschäft, Leitkultur, Integration: Björn Bickers ideales Theater ist ein Austragungsort gesellschaftlicher Realität

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Der Zustand der Theater ist Ausdruck der Gesellschaft, von der sie unterhalten werden. Ästhetisch. Strukturell. Organisatorisch. Wie sollte es auch anders ein. Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so, wie es ist. Das Personal, die ästhetischen wie politischen Programme bilden ab, wie es um die Macht- und Verteilungsverhältnisse in Deutschland, in Europa, in der Welt bestellt ist. Ich kann das Theater nicht ohne seine Einbettung in meine gesellschaftliche Realität denken.

Das ist eigentlich eine Binsenweisheit, aber ich habe das Gefühl, man kann sie gar nicht oft genug aussprechen.

Das heißt, wenn ich über das ideale Theater nachdenke, dann denke ich über dieses komplizierte Wechselverhältnis von Theater und Gesellschaft nach. Das Geld, die Bereitstellung der Mittel, die Realität der Ökonomie ist zugleich Ausdruck und Motor gesellschaftlicher Macht- und Mentalitätsverhältnisse. Herrliche Dialektik. Das heißt: Die Frage, wie das ideale Theater aussehen soll, ist die Frage nach meiner gesellschaftlichen Utopie. Wow. Diese Frage hängt da wie ein Banner aus einer vergangenen Zeit weit oben an einem verrosteten Fahnenmast. Manchmal bläst der Wind rein, aber die Fahne weht ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 36
von Björn Bicker

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#Theater der Vorahmung

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Deutsche Erstaufführungen

A
Alan Ayckbourn
Alle lieben George (Staatstheater Nürnberg)

B
Jeff Baron
Mischpoke (Neues Schauspiel Ensemble, München)

Paco Bezerra
Grooming (Deutsches Theater Göttingen)

C
Adam Cass
Ich liebe dich, Mann (Stadttheater Pforzheim)

Guillaume Corbeil
Man sieht sich (Theater der Jungen Welt, Leipzig)

D
Lisa D’Amour
Detroit (Theater Münster)

F
Nathalie Fillion
Durch den Wind...