Die Veränderungs­aneigungsmaschine

Boris Nikitin stellt sich Theater als Ort der Selbstermächtigung vor

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In meiner Vorstellung ist dieses Theater eine architektonische, räumliche Erweiterung meines Körpers. Ein Wahrnehmungsapparat. Was sich eröffnet, ist ein Ort, in dem alles fröhlich uneindeutig ist, so klar es auf den ersten Blick auch erscheinen mag. Die Architektur, die Schichtung des Baumaterials, die Wände. Oder die Türen, mit flackernden Notausgangsschildern, die Art und Weise, wie die Räume und Wege beschriftet sind, die Feuerlöscher aus rotlackiertem Porzellan, kurz vor dem Zerbrechen. Die Körper und was sie einem sagen, wenn man ihnen unterwegs begegnet.

Die Menschen an der Kasse, die Kartenabreißer, die Performerinnen, die nicht sie selbst sind, und das Publikum, das eigentlich die Statisterie ist. Ein Raum, in dem Schauspieler und Person, Kulisse und reales Gebäude, Dreck und Attrappe, Zuschauer und Claqueur, Propaganda und Wahrheit, Nebel und Nebelmaschine wie in einer Verwechslungskomödie ununterscheidbar ineinander überblenden und miteinander verschweißt sind. Es ist nicht klar, wann die Vorstellung losgeht und auch nicht, wann sie aufhört. Sicher ist nur, dass das Gebäude irgendwann explodiert.

Dieser Ort ist ein Ort der Entscheidungsmöglichkeit. Nur dort, wo die Dinge ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 74
von Boris Nikitin

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