Klare Haltung macht Formprobleme
Den Begriff «linke Kunst» benutzt eigentlich niemand mehr. Obwohl sicherlich die meisten Theaterleute, Künstler, aber auch Kulturjournalisten mit einer Westsozialisation in den 70ern und 80ern auf Brokdorf- oder Startbahn-West-Demos waren, sich die Köpfe über die RAF heißreden konnten und Teile ihres Bafögs auf das «Waffen für El Salvador»-Konto der «taz» gespendet haben, sind diese Erfahrungen mehr Geschichte als Erbe.
Selbst politische und skeptische Kulturgeister füllen das Logo «Links» kaum mehr mit Inhalt und bemühen sich bei ihrer Kapitalismuskritik um faktische Einwände und wenig um strukturelle Angriffe im Dienste einer sozialistischen Utopie. Am Linken festzuhalten steht vielmehr unter Ideologieverdacht, schließlich war linke Praxis immer mit Denk-, Handlungs- und Stilzwängen belegt. Und umso weiter diese aufgeweicht wurden, umso mehr verlor das Linkssein an Kontur und Identifikationskraft.
Doch vielleicht ist dieses Verkorken alter Bekenntnisse eine Form der Hilflosigkeit, über die es sich offensiv nachzudenken lohnt. Schorsch Kamerun jedenfalls will das Linke als Vorschlag nicht einfach aufgeben. «Was ich Ende der 70er, Anfang der 80er an Idealen aufgebaut habe, ist mir ...
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