Kunst oder Bildung?
1. Einführung und Warm-up
Dramaturgische Gesellschaft Wir begrüßen Sie zu unserer Podiumsrunde. Der Veranstaltung haben wir den Titel gegeben «Die Kunst der Vermittlung – Chancen und Risiken für das Theater». Ist das allein eine Aufgabe der professionellen Kunstvermittler, der Theaterpädagogen? Oder hat es auch Folgen für die Künstler selbst? Denn auf den ersten Blick scheint die Vermittlungsarbeit von Kunst für alle Seiten Vorteile zu bieten.
Vermittlung stärkt die Schlüsselqualifikationen, die Softskills junger Menschen, stiftet Dialoge über die Künste, über die Inhalte und über die Gegenstände, über tiefe Erfahrungen und tiefe Einsichten, beschert außerdem den Theatern neue und neugierige Zuschauer, generiert Arbeitsplätze für Künstler und Kunstpädagogen, schafft eine gesellschaftliche Legitimation für Kulturbetriebe, stellt neue Kontakte und Kooperationen zwischen Schulen und Theatern, Schülern und Künstlern her, verbessert das gesamtgesellschaftliche Klima. Es gibt natürlich auch Risiken. Vermittlungsaufgaben ziehen Gelder von der Kunstproduktion ab. Die Kunst gerät in Gefahr, funktionalisiert zu werden und verliert Autonomie und Zweckfreiheit im Schillerschen Sinne. Künstler ...
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Wenn die Party beginnt, begibt sich Lars Eidinger in sein Element. Eine innere Tür geht auf, er tritt über die Schwelle und in eine andere Welt, in der er nicht mehr er selbst ist. Sondern ein Rockstar. So wie zum Auftakt des «Sommernachtstraums», den Constanza Macras und Thomas Ostermeier letzten Sommer in Athen und an der Berliner Schaubühne präsentierten. Noch...
Eigentlich hatte man mit dem (halb)jährlichen Kroesinger schon seinen Frieden geschlossen: Wieder ein postdramatischer Abend, der den dokumentarischen Finger in eine noch nicht verheilte politische Wunde legt, der sich, je nach Krisengebietswind, den islamischen Selbstmordattentätern, der zum Foltern bereiten US-Armee, der deutschen Kolonialgeschichte in Afrika...
So war die Story irgendwann vielleicht im Morgenblatt zu lesen: Junger Mann aus Stuttgart verunglückt mit dem Motorrad in Buenos Aires; und die junge Frau, vor deren Tür es geschah, bringt ihn nach Hause. Der Schweizer Autor Andreas Liebmann nutzt den Augenblick künstlerisch weit darüber hinaus – vom Lebenseinschnitt aus montiert er poetische Szenen der Erinnerung....
