Kunst oder Bildung?

Die Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft in Heidelberg mit dem Titel «Dem ‹Wahren, Guten, Schönen› – Bildung auf der Bühne» beschäftigte sich mit dem Spannungsfeld zwischen Kunst und ihrer Vermittlung. Sie mündete in eine Diskussion zwischen der Publizistin Adrienne Goehler und dem Leiter der Bayerischen Theaterakademie und Bühnenvereinspräsident Klaus Zehelein über die Autonomie des Theaters, die Verantwortung der Politik und die Frage, ob mit ästhetischer Bildung eine bessere Schule möglich wird

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1. Einführung und Warm-up

Dramaturgische Gesellschaft Wir begrüßen Sie zu unserer Podiumsrunde. Der Veranstaltung haben wir den Titel gegeben «Die Kunst der Vermittlung – Chancen und Risiken für das Theater». Ist das allein eine Aufgabe der professionellen Kunstvermittler, der Theaterpädagogen? Oder hat es auch Folgen für die Künstler selbst? Denn auf den ersten Blick scheint die Vermittlungsarbeit von Kunst für alle Seiten Vorteile zu bieten.

Vermittlung stärkt die Schlüsselqualifikationen, die Softskills junger Menschen, stiftet Dialoge über die Künste, über die Inhalte und über die Gegenstände, über tiefe Erfahrungen und tiefe Einsichten, beschert außerdem den Theatern neue und neugierige Zuschauer, generiert Arbeitsplätze für Künstler und Kunstpädagogen, schafft eine gesellschaftliche Legitimation für Kulturbetriebe, stellt neue Kontakte und Kooperationen zwischen Schulen und Theatern, Schülern und Künstlern her, verbessert das gesamtgesellschaftliche Klima. Es gibt natürlich auch Risiken. Vermittlungsaufgaben ziehen Gelder von der Kunstproduktion ab. Die Kunst gerät in Gefahr, funktionalisiert zu werden und verliert Autonomie und Zweckfreiheit im Schillerschen Sinne. Künstler ...

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Theater heute März 2007
Rubrik: Das Gespräch, Seite 4
von Birgit Lengers, Uwe Gössel

Vergriffen
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