Kulturpolitik: Ungarische Verhältnisse

Viktor Bodós Intendanten­bewerbung in Budapest war chancenlos

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Man kann nicht behaupten, dass sich in den letzten fünf Jahren in Ungarn nichts verändert hätte: Während es 2011 für die Berufung György Dörners, bekannt für seine Nähe zur Jobbik-Patei und seine extremistische Haltung, noch einer Drohgebärde der lokalen Regierung und eines administrativen Tricks bedurfte (die Evaluation und Empfehlung des professionellen Beirats, der die Wahl vorbereitete, wurde außer Acht gelassen), ist seine Wiederwahl als Künstlerischer Direktor des Neuen Theaters Budapest in diesem Herbst nahezu einstimmig vom Beirat bestätigt worden: mit 5 von 7 Stimmen.

Was man 2011 noch für einen Unfall halten konnte, sieht jetzt wie ein bewusstes Programm aus.

2011 folgte auf seine Berufung ein Riesenskandal, und diesmal waren die Erwartungen hoch: Es gab zehn Bewerber für den Posten. Nach diesem Skandal schien für viele eine Wiederberufung ausgeschlossen. Und es gab sogar einen neuen poli­tischen Liebling unter den Bewerbern, eine Schauspielerin, die häufig die Rolle der Gastgeberin bei den Festen und Parties der Lokalregierung übernimmt. Die Ausschreibung der Stadt suchte allerdings nach einem Künstler, der klassisches und modernes ungarisches Schauspiel im Fokus hat; ...

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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Andrea Tompa

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