Der Fluch
In diesen ersten Monaten des Exils schmerzte Kerr nicht nur die Trennung von Berlin. Er wartete auf Stimmen der zurückgelassenen Freunde und nahm nun wahr, dass manche von denen, die er zu seinen besten Freunden rechnete und die ihn «Freund» nannten, nichts mehr von ihm wissen wollten. Am tiefsten erschütterte ihn die Reaktion des von ihm so verehrten Gerhart Hauptmann. Er hatte Hauptmann 1922 und 1932, zum 60. und zum 70. Geburtstag, in Breslau und Bremen gepriesen, Hauptmann hatte zu Kerrs Sechzigstem dessen «hilfreichen Arm» gelobt.
Und jetzt schwieg Hauptmann nicht nur zu den Vorgängen in Deutschland, er ließ sich von den neuen Machthabern benutzen. Im Juli 1933 schrieb Kerr in einem französischen Blatt:
«Mein alter, vormals lieber Gerhart Hauptmann, mit dem ich ein Leben lang aufs innigste verbunden war, weiß genau, dass ich aus Deutschland verbannt bin, dass jedem reichsdeutschen Blatt verboten ist, ein Wort von mir zu drucken, dass mein Leben in zwei Stücke gerissen ist – er hat noch nicht gewagt, mir eine Postkarte zu schreiben. Dieser gar edle Dichter des Altruismus kriecht vor den Machthabern … und vergisst die Opfer. Er guckt respektvoll auf blendende Scheinwerfer eines ...
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Theater heute Oktober 2016
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 43
von Deborah Vietor-Engländer
TH Der Deutsche Bühnenverein hat auf seiner letzten Hauptversammlung in Kaiserslautern festgestellt, dass er die Arbeitsbedingungen für darstellende Künstler an den Stadt- und Staatstheatern sowie den Landesbühnen «weitgehend für zufriedenstellend» hält. Die Gagen lägen je nach Beruf zwischen 2.700 und 3.100 Euro im Monat. Lisa Jopt und Sebastian Rudolph, Sie...
Personen
Elisabeth Lear Industriemagnatin in fortgeschrittenem Alter, Erbin und alleinige Besitzerin des ehemaligen Baukonzerns Lear A, jetzt: des internationalen Mischkonzerns Lear Inc.
Robert Kent seit Jahrzehnten Lears rechte Hand bei allen Geschäften
Gregory Lears ältester Sohn
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Alma Hendriks...
Nach einer guten Stunde ging plötzlich das Saallicht an. Ein Techniker trat bei der Berliner «Empire»-Premiere in der Schaubühne auf die Bühne, erklärte, dass sich der Lichtcomputer irgendwie verschluckt habe und jetzt ein Back-up der Stimmungen einlesen müsse, was zwei, drei Minuten dauern werde, und verschwand. Die Schauspieler nahmen’s gelassen, das Publikum...
