Kulturpolitik: Opfer des Erfolgs

Der Berliner Kulturpolitik fehlt ein Förder­instrument für erfolgreiche freie Künstler

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Es entbehrt nicht der Ironie, dass der Theatermacher Hans-Werner Kroesinger seine erste Theatertreffen-Einladung ausgerechnet mit einer Stadttheaterproduk­tion – «Stolpersteine Karlsruhe» vom Badischen Staatsschausspiel – erhielt. Kroesinger und seine Dramaturgin Regine Dura prägen seit vielen Jahren mit ihrem politischen Dokumentartheater insbesondere die Freie Szene; Performances zur Rolle Deutschlands in der Kolonialgeschichte und beim Völkermord an den Armeniern, zur Verquickung von Wirtschaft und Politik und zur Abschottungspolitik der EU entstanden u.a.

im Podewil, in den Sophiensaelen und am HAU. In den Nuller Jahren begann Kroesinger, projektweise mit Opern- und Schauspielhäusern zu kooperieren, doch die Basis seiner Produktionen blieb immer die Freie Szene.

Doppelt ironisch, wenn nicht absurd erscheint es da, wenn nun die Berliner Kulturverwaltung Kroesinger die jeweils auf zwei Jahre vergebene Basisförderung streicht, die ihm seit 2007 eine gewisse Planungssicherheit ermöglichte (zuletzt in Höhe von 70.000 Euro/Jahr) und maßgeblich zur Kofinanzierung seiner Produktionen am HAU diente. Und das in einer finanziellen Situation, die für die Berliner Freie Szene (zu der auch ...

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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Eva Behrendt

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