Künstlerdämmerung

Beginnt mit Johannes Leppers Nichtverlängerung in Oberhausen das Ende der Künstlerintendanten in kleineren Theatern?

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Langweilig ist es nicht in Johannes Leppers letztem Intendantenjahr am Theater Oberhausen. Thirza Bruncken hat eine völlig durch­geknallte Version von Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» inszeniert, und der leise, behutsame Valentin Jeker verabschiedet sich mit einem atmosphärisch stimmigen «Kaufmann von Venedig» vielleicht ganz aus dem Theatergeschäft. Auch Lepper selbst zeigt noch einige seiner kämpferisch-kantigen Theaterabende. Sein Finale sind die «Ratten» von Hauptmann, aufwühlend emotional als Kommentar zu den realen Kindstötungen und -misshandlungen inszeniert.

Künstlerisch steht Oberhausen gut da, obwohl der wieder erstarkte Nachbar Essen dem Haus einiges an medialer Aufmerksamkeit entzogen hat. Wirtschaftlich war Lepper immer im Soll und hat es sogar geschafft, aus Eigenmitteln des Theaters den Malersaal als neue, größere Studiobühne einzurichten. Trotzdem wurde sein Vertrag nach fünf Jahren nicht verlängert. Die Argumentation der Kulturpolitiker ist ungewöhnlich.
 

Armes Oberhausen

Das Theater wirke zu wenig über sein direktes Umfeld hinaus, sagt Oberhausens Kulturdezernent Apostolos Tsalastras. Auch bei den Nichtbesuchern müsse eine Stimmung für das Theater entstehen, ...

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Theater heute Mai 2008
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Stefan Keim

Vergriffen
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