Krise auf mehreren Ebenen
In den USA bricht nach der Pandemie die Theaterlandschaft zusammen. Das Publikum «ist nicht wiedergekommen», heißt es allerorten, und die Theater, die ausschließlich auf die Einnahmen angewiesen sind, müssen reihenweise schließen. Etablierte Institutionen wie die Autor:innenwerkstatt LARK in New York, das HUMANA Festival in Louisville und viele mehr verschwinden urplötzlich von der Landkarte oder schrumpfen bis zur Unkenntlichkeit.
Dieser ökonomische Aspekt wird begleitet durch das seit Jahren anhaltende Ringen um einen Umbau der Theaterlandschaft, um bisher benachteiligte Gruppen endlich in Entscheiderpositionen zu bringen. Wie wirken sich diese Umstände auf Autor:innen aus?
Die Branche und ihre Struktur waren schon vor Corona im Scheitern begriffen. Im gemeinnützigen (non-profit) Bereich gab es von jeher zu wenig Geld, und nachdem 2020 die Black-Lives-Matter-Bewegung ihre Forderungen endlich stärker durchsetzen konnte, um dem Rassismus nach George Floyds gewaltsamem Tod etwas entgegenzusetzen, war deutlich: Das System des US-Theaters muss sehr schnell grundlegend umgebaut werden.
Nur gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das geschehen könnte. Während sehr viel ...
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Theater heute Februar 2024
Rubrik: International, Seite 39
von Henning Bochert
«Kennt ihr diesen Strand in Australien, Bondi Beach?», will Dennis von seinen Freunden wissen. Und zieht, da die kollektive Kenntnislage sich schütter gestaltet, gleich selbst nach mit der Hymne auf den «speziellen Lifestyle» der dort siedelnden Aussteigerinnen und Aussteiger: montags bis freitags strenge Askese, also «Yoga», «keine Kohlenhydrate», «Achtsamkeit und...
Im Hintergrund hört man zu Beginn eine Masse jubeln. Ist es ein harmloses Fußballspiel? Oder sind es die Hinrichtungsexzesse der Französischen Revolution? Egal, in Nadja Sofie Ellers aseptischem Bühnenbild – eine Mischung aus leerem Anatomiesaal und Zirkusmanege – ist die Außenwelt ohnehin nur als fernes, surreales Echo präsent.
Die Revolutionäre leben längst in...
Nach dem langen Premierenschlussapplaus setzt sich Shlomi Shaban, zuständig für «Songwriting und Komposition», noch für eine Zugabe ans Klavier und versammelt alle auf der Bühne um sich. Man müsse «Bucket List», den einzigen Song, der es nicht in die Inszenierung geschafft habe, wenigstens auf diese Weise anständig beerdigen. Es folgt eine leicht wehmütige Balla...
