Krise auf mehreren Ebenen
In den USA bricht nach der Pandemie die Theaterlandschaft zusammen. Das Publikum «ist nicht wiedergekommen», heißt es allerorten, und die Theater, die ausschließlich auf die Einnahmen angewiesen sind, müssen reihenweise schließen. Etablierte Institutionen wie die Autor:innenwerkstatt LARK in New York, das HUMANA Festival in Louisville und viele mehr verschwinden urplötzlich von der Landkarte oder schrumpfen bis zur Unkenntlichkeit.
Dieser ökonomische Aspekt wird begleitet durch das seit Jahren anhaltende Ringen um einen Umbau der Theaterlandschaft, um bisher benachteiligte Gruppen endlich in Entscheiderpositionen zu bringen. Wie wirken sich diese Umstände auf Autor:innen aus?
Die Branche und ihre Struktur waren schon vor Corona im Scheitern begriffen. Im gemeinnützigen (non-profit) Bereich gab es von jeher zu wenig Geld, und nachdem 2020 die Black-Lives-Matter-Bewegung ihre Forderungen endlich stärker durchsetzen konnte, um dem Rassismus nach George Floyds gewaltsamem Tod etwas entgegenzusetzen, war deutlich: Das System des US-Theaters muss sehr schnell grundlegend umgebaut werden.
Nur gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das geschehen könnte. Während sehr viel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2024
Rubrik: International, Seite 39
von Henning Bochert
Da schließt sich der Kreis: ausweglos wie die Teufelskreise aus Gewalt und Rache, die sich schon zu Beginn der europäischen Kultur drehten und die den Krieg, damals den Trojanischen und in der Folge zahllose weitere, zu einem Ur-Motor von Mythos und Geschichte machten: Eine brutale Logik der Verkettung von Interessen und Begehrlichkeiten. Agamemnon, Kriegsherr und...
Dass Brecht sich 1947/48 in Zürich für die junge Schauspielerin Regine Lutz interessierte, die ihm als seltsam verhuschte Erscheinung in Gorkis «Wassa Schelesnowa» aufgefallen war, verblüffte die Kollegen am Schauspielhaus. Die aus Basel stammende Elevin hätte viel lieber die lasterhaftere der beiden Töchter Wassas gespielt und hatte deshalb in die vom Regisseur...
Theater heute «The Silence» ist ein sehr persönlicher Familienbericht aus Ihrer Jugend in Buchholz in der Nordheide. Es enthält zum Teil sehr heftige Anwürfe gegen die Eltern, vor allem den Vater. Wie ist es, so schonungslos über sich und seine Familie zu schreiben? In vorherigen Texten wie «Small Town Boy» (2013) oder «In My Room» (2020) kam die Familienbiografie...
