Krepierendes Splatterpuzzle
Nehmen wir mal Jennifer Lopez: Die macht so semi-okaye Musik und total schlechte Filme. Oder Madonna: genialgöttliche Musik und pervers schlechte Filme. Aber weil Jennifer Lopez und Madonna im Popgeschäft zu Hause sind und dieses von respektlosen und überhaupt nicht masochistisch veranlagten jungen Menschen bestimmt wird, geht sich auch fast niemand ihre Filme anschauen. Die Musik wird trotzdem gekauft.
In der Literaturszene herrschen ganz ähnliche Gesetze.
Selbstverständlich darf Peter Stamm, der von Reich-Ranicki äußerst erfolgreich als deutschsprachige Prosaisten-Nachwuchs-Hoffung und Gegenentwurf zu Stuckrad-Barre lanciert wurde, so viele Stücke schreiben, wie Jennifer Lopez und Madonna Filme machen, Multioptionalität ist heute schließlich ein Menschenrecht. Sie kann dennoch ein Irrtum sein, und für Peter Stamms Stück «Die Töchter von Taubenhain», uraufgeführt am Luzerner Theater unter der Regie von Christina Rast, gilt dies auf jeden Fall.
Die Anlage wäre vielversprechend, ein Splatterpuzzle aus trendigen Film-Mythen: Vater erschießt Mutter, schneidet Baby Sophie aus ihrem Bauch (wie der böse Mann in «Kill Bill» das Baby aus Uma Thurmans Bauch schneidet), zieht dann seine ...
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Dieser Brick kann einem schon Leid tun. Gestern erst hat sich der Sportreporter den Knöchel gebrochen, heute muss er zum Geburtstag des Vaters antreten, zu dem die ganze Familie samt Pfarrer und Doktor geladen ist. Da stürzt, kurz vor Torte, Sekt und Ständchen, Gattin Maggie ins Gästezimmer. Weil sie sich auf einen Schokokeks gesetzt hat und das kleine Rosafarbene...
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Steht bei den Angaben zum Autor, er habe gleich für sein erstes Stück einen Preis erhalten, wird aber nicht preisgegeben, welcher Preis das genau war, gerät man ins Grübeln. Im Falle des 53-jährigen amerikanischen Theaterautors Richard Dresser hält das Grübeln während der Lektüre von «Schüsse ins Herz» an. Geschrieben hat er die Beziehungskomödie 1997. Sein...
