Belanglos in Boston
Steht bei den Angaben zum Autor, er habe gleich für sein erstes Stück einen Preis erhalten, wird aber nicht preisgegeben, welcher Preis das genau war, gerät man ins Grübeln. Im Falle des 53-jährigen amerikanischen Theaterautors Richard Dresser hält das Grübeln während der Lektüre von «Schüsse ins Herz» an. Geschrieben hat er die Beziehungskomödie 1997. Sein Strickmuster: Man nehme ein getrenntes Paar, das sich mit den jeweils neuen Partnern zum Geburtstag des gemeinsamen Sohnes trifft.
Dann lasse man den Sohn ausbleiben und die vier so lange quatschen, bis klar wird, dass das Paar nach der Trennung unglücklicher ist als zuvor. Sie heißt Evie, ist zickig und scheint zum Haus des Ex in der Nähe von Boston nur zu reisen, um ihn zurückzuerobern. Den neuen Lover, einen gewissen Carter, hat sie bereits wieder satt, was man insofern verstehen kann, als Dresser ihm lediglich ein Bühnenleben als Trottel zugesteht. Ex Duncan dagegen trägt das Herz auf dem rechten Fleck und hat einen gewissen Hang zur direkten Ansprache. Duncans Neue wiederum, die wesentlich jüngere Caitlin, scheint ihn lediglich als zeitweilige Gefühlsversicherung zu benutzen.
So weit, so schlicht. Man wundert sich, wie ...
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