Kreative Fruchtfolge
Zuerst stellt sich für mich sogleich die Frage, wie der Ort für dieses Traumangebot aussieht. Wo ich bin, ganz real.
Und da tauchen auch schon drei ehrwürdige Hallen auf. Ein Park mit alten Bäumen, einen Biergarten hat es, unmittelbar an einem breiten, langsamen Fluss. Das beeindruckt mich besonders. Ein unbestechlicher Begleiter, Einmitter, Erregungshemmer, der gemächlich vorführt, was unten und oben ist.
Zwei der Hallen entpuppen sich als perfekte Proberäume und gleichzeitig wunderbare Aufführungsorte.
In der dritten befinden sich die Werkstätten, die Schreibräume und die Begegnungszentrale, eine riesige Küche mit einem imposanten Tisch in der Mitte. Da wird gerüstet, gerichtet, gekocht und gegessen und getrunken und gelacht. Das ist der Platz für die Erfindungsrunden. Sehr gut ist auch, dass der Ort unkündbar ist und ein ganzes Leben, solange man darin arbeitet, wie ein Besitz zur Verfügung steht. Man hat alle Freiheiten zu allen denkbaren Veränderungen. Eine unbekannte, höchst charakterstarke Fördergesellschaft wickelt sämtliche pekuniären Angelegenheiten ab, stellt keine Ansprüche und mischt sich nicht ein. Traumhaft!
Mich hat seit jeher der Wunsch begleitet, eine ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 18
von Ruedi Häusermann
Liebe Freunde der zeitgenössischen Dramatik,
erlauben Sie mir, dass ich wie jeder hilflose Redner, der seine Zuhörer später mit ein paar ernsten Thesen langweilen muss, mit einem Witz beginne. Eine Mutter fragt ihren kleinen Sohn, was er sich zum Geburtstag wünscht. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Ich hätte gerne ein o.b.!» Die Mutter sieht den...
Nach jahrhundertealter Ausbeutung von Mensch und Natur werden Utopien, die sich im 21. Jahrhundert zu nichts Geringerem als zur Rettung von Mutter Erde aufschwingen, zum ersten Mal die gegensätzlichsten Gründe aufführen. Der Mensch ist ein Egoist, und er denkt an sein eigenes Wohl. Ja. Der Mensch ist kooperativ und nur darin menschlich, dass er sich ein Gemeinwesen...
1. Wald
Wir haben zwar keine Zahlen zur Hand, aber durchaus ein gewisses Bewusstsein davon, was zu viel ist, was nicht sparsam ist auf einer Bühne. Und immer, wenn wir so etwas sehen, lehnen wir es instinktiv ab. Zum Beispiel neulich im Schauspiel Stuttgart den riesigen Wald, der überraschend vom Bühnenboden heruntergelassen wurde – für gefühlte drei Minuten einer...
