You are glorious. Inside and out
Mit «Smokefall» und «The Homemaker» hat Noah Haidle sein Grundstück bereits auf beeindruckende Weise abgesteckt. Bevölkert wird es von mehreren Generationen von Familien mit archaischen Strukturen: Die Mütter warten, die Väter verlassen und die Kinder suchen. Vom Fötus im Bauch der Mutter bis zum dementen Großvater lässt Haidle sie zu Wort kommen. Bei aller zeitlicher (ein Abend), räumlicher (ein Haus) und personeller (eine Familie) Konzentration entfaltet er ganze Lebensgeschichten und zeichnet dabei auch ein amerikanisches Gesellschaftsbild.
Die Alltäglichkeit seines Settings verbindet er mit einer surrealen und abgründigen Ebene, in der Vergangenheit, Wunsch- und Vorstellungswelten beharrlich präsent sind. Es sind well-made plays eines zeitgenössischen absurden Theaters: Haidle nennt Beckett als Referenz, eine amerikanische Zeitschrift postuliert ihn als Thornton Wilder auf Acid.
Haidle hat vor allem anderen eine große Kunst des Dialogschreibens inne, schreibt mit anziehender Leichtigkeit, gleichzeitiger Schärfe und mit vehementen Realitätseffekten: Bereits wenige Sätze von «The Homemaker» versetzen mich direkt in den amerikanischen Haushalt in Grand Rapids. In der Küche tanzt ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Lucie Ortmann
Die neuen Stücke des nächsten Jahres, empfohlen von den professionellen Stücke-Lesern und -Anwälten des deutschsprachigen Stadt- und Literaturtheaters.
Dramaturgische Ein- und beste Aussichten auf neue Texte von Katja Brunner, Dietmar Dath, David Gieselmann, Noah Haidle, Anja Hilling, Quiara Alegria Hudes, Anna Jablonskaja, Elfriede Jelinek, Fritz Kater, Dani Levy,...
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